Im Zusammenhang
mit der fortschreitenden Globalisierung
wird häufig die Befürchtung geäußert, dass die vielfältigen
kulturellen Traditionen aufgehoben würden und eine globale Einheitskultur
entstehen würde. Eine solche homogenisierte (vereinheitlichte) Kultur
könnte sich durch die Dominanz der westlichen Kultur ergeben. Dieser
Trend wird manchmal auch McDonaldisierung
der Welt bezeichnet.
Aus einer Abwehrhaltung gegenüber einer Einheitskultur ziehen sich
viele Kulturen auf ihre eigene Identität zurück. Sie grenzen sich
von anderen Kulturen ab, und heben die Differenzen zwischen den einzelnen
Kulturen hervor.
Kulturelle Differenz
Den Begriff "kulturelle
Differenz" kann von einer
Kultur für alle Kulturformen verwenden werden, die im Gegensatz zur
eigenen Kultur stehen. Als das Eigene werden dabei die kulturellen Tendenzen
bezeichnet, die in einem gemeinsam geteilten territorialen (z. B.:
Deutschland) oder sozialen Raum (z. B. Kulturgemeinschaften, die
nicht an Landesgrenzen gebunden sind) entstanden sind.
Diese kulturellen Tendenzen können in folgende drei kulturelle
Dimensionen unterteilt werden:
Die Unterschiede zwischen den einzelnen Kulturen in Bezug auf die genannten kulturellen Dimensionen bereichern das Kulturerbe. Insofern ist das Engagement für kulturelle Differenz ein wichtiges Unterfangen, um eine kulturelle Vielfalt zu bewahren.
Kommt eine Kultur, die auf die Bewahrung der eigenen Kulturformen
bedacht ist, auf die Charakteristika zu sprechen, anhand derer sie sich
von anderen Kulturen unterscheidet, bezieht sie sich meist auf die ästhetische
Dimension von Kultur.
So kämpfen beispielsweise die Katalanen
im Nordosten Spaniens und im Süden Frankreichs gegen einen Bedeutungsverlust
ihrer Sprache an und versuchen, Menschen zu gewinnen, die ihre Sprache
erlernen wollen.
Betonung kultureller Differenzen
Problematisch wird die Betonung kultureller Differenz, wenn von Seiten
einer Mehrheitskultur eine Ausgrenzung
differenter Kulturen vollzogen wird. Eine solche Ausgrenzung kann gegenseitige
Ressentiments schüren und zu einer Eskalation in Form von Gewalt
führen. Das zeigen z. B. der türkisch-kurdische Konflikt
und der Nahost-Konflikt.