Im täglichen
Leben gibt es nur sehr wenige Situationen, in denen Menschen sich nicht
im Geringsten vorstellen können, was ihr Gegenüber im nächsten
Moment sagen wird. Trifft man z. B. einen alten Bekannten, so weiß
man doch ungefähr, wie die einleitenden Worte lauten werden.
Schaltet der Lehrer jedoch im Unterricht den Rekorder ein und sagt: Listen
to this, so haben die Schüler keinerlei Vorstellung davon, was
sie erwarten wird.
Demnach stellt sich die Frage: Wie bereitet man den Hörer auf unbekannte
Hörsituationen vor? Ein Vorverständnis muss herbeigeführt werden; dem Hörer sollte die Situation bekannt
und somit verständlich gemacht werden.
Dies ist die Arbeit, die als pre-listening activity
bezeichnet wird.
Nur so haben Schüler die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten des
Verstehens (die auch in der Muttersprache in jeder Hörsituation genutzt
werden) sinnvoll einzusetzen und das, was sie zu hören erwarten, mit
bereits bekanntem Wissen in Einklang zu bringen. Auf diese Art und Weise
kann dem Text effektiver gefolgt werden.
Typen von pre-listening-activities
Es gibt viele unterschiedliche pre-listening
activities und bei einigen von ihnen ist es schwer eine klare Linie
zu den while-listening-activities zu ziehen,
die auch einen wichtigen Bestandteil des Hörverstehens bilden.
Die wichtigsten pre-listening activities sind:
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Bereitstellung von Hintergrundinformationen durch den Lehrer |
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Diskussion des Themas/der Situation |
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Fragen & Antworten- Stunde |
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Schüler sehen sich Bilder an |
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Schüler lesen etwas Textrelevantes |
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schriftliche Übungen |
Durch diese Aktivitäten können sich die Schüler mental
auf das Thema einstellen, bekanntes Wissen - dazu gehören auch Wortschatz und Syntax - wird wieder hervorgeholt
und kann so während der Hörverstehensübung vertieft und erweitert werden.
Welche Art der Vorarbeit vom Lehrer gewählt wird, hängt von
verschiedenen Faktoren ab:
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von der Zeit, die zur Verfügung steht, |
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dem Material, das genutzt werden kann, |
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dem Niveau der Schüler, |
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dem Schwierigkeitsgrad des Textes. |
Authentizität
Übungen zum Hörverständnis sind künstlich erzeugte Situationen. Diese Künstlichkeit ist als eine Lehr- bzw.
Lernstrategie akzeptiert, da so ein breites Spektrum an Sprache in Bezug
auf Wortschatz, verschiedene Dialekte usw. angeboten werden kann. Jedoch ist es wichtig, dass das Gehörte
- ob vom Band, vom Lehrer gesprochen oder vorgelesen - so realistisch wie möglich ist. Auch wenn dies nicht immer der Fall sein kann, so
sollte doch prinzipiell versucht werden, die ganze Übung wie im wirklichen
Leben zu gestalten. Authentizität kann z. B. dadurch erreicht werden, dass die Schüler mit Informationen
darüber versorgt werden, wer wo mit wem spricht. Zudem sollten die
Aufgaben der Schüler so gestaltet sein, dass sie sich ganz natürlich
in die Kommunikationssituation einfügen.
Voraussetzungen
Es ist unabdingbar, dass die Schüler genau wissen, was von ihnen
während der Hörverstehensübung verlangt wird - andernfalls
ist es leicht, abzuschalten. Um eine Übung auch für schwächere
Schüler verständlich zu machen, ist es oftmals sinnvoll, sie
in mehrere kürzere Übungen zu unterteilen. Zusätzlich kann
vorgegeben werden, wie viele Fakten aus dem Text verstanden werden sollen.
Dies dient zur Stärkung der Motivation, da ein bestimmtes Ziel zu erreichen ist.
Außerdem sollte angekündigt werden, wie oft ein Text gehört
wird. Jeder Durchgang muss mit einer eindeutigen Intention verbunden sein. Ein Text kann nicht direkt beim ersten Hören verstanden
und analysiert werden.