

Der Impressionismus in der Musik
Um die Jahrhundertwende wurde der Begriff des Impressionismus mit Blick
auf CLAUDE DEBUSSY (Prélude à l'après-midi
d'un faune, 1894) und MAURICE RAVEL auf die französische
Musik übertragen. Sie lösten die strengen Formen der Tonalität
auf und setzten zerfließende Klangfarben an die Stelle geschlossener
Melodien und thematischer Entwicklung. Durch die Aufnahme außereuropäischer
Elemente (Ganztonleiter, Pentatonik) erzielte der Impressionismus Klangwirkungen
von exotischem Reiz, die beim Hörer stimmungshafte Bildvisionen evozieren
sollten. Wegen ihrer freischwebenden Akkorde, Klangverschiebungen und
der leittonlosen Harmonik leitete die impressionistische Musik die Wende
zur freitonalen Komposition ein.
Der Impressionismus in der Literatur
Auch in die Literatur fand der
Begriff "Impressionismus" Eingang, um die
Abkehr vom Naturalismus zugunsten der Darstellung von Stimmungen
zu kennzeichnen. Vorläufer dieses Wandels sind CHARLES BAUDELAIRE,
PAUL VERLAINE, ARTHUR RIMBAUD und die Gebrüder GONCOURT. Unter den
deutschen Literaten hinterließ der Ästhetizismus
OSCAR WILDES (The Picture of Dorian Gray, 1891)
nachhaltigen Eindruck.
Charakteristisch für diese literarische Strömung ist die Betonung des Subjektiven und der Empfindung durch die Verwendung
Dagegen tritt die äußere Handlung in den Hintergrund. Statt
eines kohärenten Handlungsstrangs dominiert die detaillierte Beschreibung
von Seelenzuständen mit Hilfe neu geschaffener Erzähltechniken
(innerer Monolog, Sekundenstil, stream
of consciousness). Die Hinwendung
zum sinnlich Wahrgenommen hat dem Impressionismus den Vorwurf der Oberflächlichkeit
eingetragen.
Neben den literarischen Kurzformen
der Lyrik, Skizze, Novelle und des Einakters
entstanden auch großangelegte Werke im impressionistischen Stil.
Seine bekanntesten literarischen Vertreter außerhalb Englands hatte
der Impressionismus in MARCEL PROUST (Frankreich), ANTON TSCHECHOW (Russland)
und DETLEV VON LILIENCRON, RICHARD DEHMEL und ARTHUR SCHNITZLER (Deutschland).