Literarisches Schaffen
LONDON wurde vor allem durch seine Tierbücher
berühmt, die von RUDYARD KIPLING und ROBERT LOUIS STEVENSON beeinflusst
waren. Als sein bestes Werk gilt die Erzählung The
Call of the Wild (1903, dt. Der
Ruf der Wildnis). Sie handelt von einem Schlittenhund in Alaska,
der zu den Wölfen, von denen er abstammt, zurückkehrt. Es preist
den Überlebenswillen in der Natur und spiegelt sozialdarwinistische
Ideen wider. In ihnen wird die Auffassung vertreten, dass auch in der
menschlichen Gesellschaft die Naturgesetze
gelten und so auch hier die Lehre CHARLES DARWINs von der natürlichen
Auslese ihre Anwendung findet. Ungleichheiten oder Ungerechtigkeiten werden
somit als naturgegeben angesehen.
LONDONs naturalistisch-romantischen Abenteuerromanen liegen teilweise
eigene Erlebnisse zugrunde. Sie spielen häufig in der Südsee
und in Alaska. Sie handeln von Reisen, Kampf und Abenteuern. In
dem bekannten Roman The Sea Wolf
entwirft LONDON das Bild des Übermenschen, der tragisch scheitert:
Es geht um den brutalen und rücksichtslosen, fast schon teuflisch
anmutenden Kapitän Wolf Larsen, der Freude daran hat, die bösen
Instinkte anderer zu wecken. Der Erzähler Humphrey van Weyden wird
als Schiffbrüchiger von Larsen gerettet und scheint ihm zunächst
ausgeliefert.
Der Roman, der voll grausamer Szenen ist, wurde mehrmals verfilmt. 1993
war CHARLES BRONSON als Kapitän Larsen zu sehen. In Deutschland wurde
eine vierteilige Fernsehproduktion von Wolfgang Staudte berühmt,
die in 1970er-Jahren zum Straßenfeger wurde.
LONDONs unter dem Einfluss von FRIEDRICH NIETZSCHE und KARL MARX stehende sozialkritische Romane sind ebenfalls von seinen eigenen Erfahrungen geprägt. Sie zeigen den harten Kampf ums Überleben. In dem Bericht The People of the Abyss (1903, dt. In den Slums), der teils dokumentarisch, teils fiktiv angelegt ist, beschreibt LONDON das Elend in den Londoner Slums, das er selbst einige Zeit miterlebte.
In den teils autobiografischen Romanen Martin Eden (1909) und John Barleycorn (1913, dt. König Alkohol) zeichnet LONDON Bilder seiner eigenen Entwicklung nach. In Martin Eden zeigt LONDON den Kampf des Seemanns auf seinem weiten Weg, Schriftsteller zu werden. Dies gelingt ihm zwar, aber am Ende ist er von diesem Leben desillusioniert und ertränkt sich.
Werke (Auszug)
Romane
White Fang (1896, dt. Wolfsblut)
The Iron Heel (1907, dt. Die eiserne Ferse)
The Road (1907, dt. Abenteurer des Schienenstrangs)
Burning Daylight (1910, dt. Lockruf des Goldes)
Jerry of the Islands (hg. 1917, dt. Jerry, der
Insulaner)
Kurzgeschichten
The Son of the Wolf (1900, dt. Der Sohn des Wolfes)
South Sea Tales (1911, dt. Südseegeschichten)