Literarisches Schaffen
In ihren Romanen schildert AUSTEN realistisch und mit feiner Ironie das
Alltagsleben auf dem Lande. Dabei beschreibt
sie die Welt des gehobenen Landadels und des bürgerlichen Mittelstandes,
die sie aus eigenem Erleben kannte. Mit Sinn für Komik parodiert
sie die damals beliebten Schauerromane
ebenso wie die ebenfalls populären empfindsamen
Romane ihrer Zeit.
In Sense and Sensibility schildert sie mit ironischer Distanz die enge, oft selbstgerechte Welt des Landadels und des bürgerlichen
Mittelstandes. Das Buch spielt im ausgehenden 18. Jahrhundert und handelt
von den Liebesproblemen zweier charakterlich gegensätzlicher Schwestern,
die nach dem Tod ihre Vaters ihre finanzielle Absicherung verlieren. Während
Elinor durch ihre Vernunft geleitet
wird, folgt Marianne ihren romantischen Gefühlen. Dieser Konflikt zwischen Verstand und
Gefühl ist ein durchgängiges Thema in AUSTENs Romanen. Auf der
Suche nach einem harmonischen Verhältnis dieses Gegensatzes stehen
den Heldinnen ihre Veranlagung, Selbsttäuschungen oder auch mangelnde
Bildung und intrigierende Bösartigkeit im Wege. Der Druck gesellschaftlicher
Zwänge und die Bedeutung menschlicher Werte wie Aufrichtigkeit, Selbstlosigkeit
und Treue kommen als beeinflussende Faktoren hinzu. Die Hindernisse werden
in ausgedehnten Gesprächen von den Charakteren illustriert, diskutiert
und am Ende ausgeräumt: Die vernünftig agierenden Heldinnen
wie Elinor oder Elizabeth aus Pride and Prejudice (1813, dt. Stolz und Vorurteil) werden durch
eine Ehe belohnt, in der sich Liebe mit finanzieller Sicherheit und gesellschaftlichem
Ansehen trifft. Sense and Sensibility wurde
1995 erfolgreich von ANG LEE verfilmt. Die Hauptrollen der Schwestern
spielen EMMA THOMPSON, die auch das Drehbuch schrieb, und KATE WINSLET.
Ein ernsthafterer, stärker moralisierender Ton herrscht demgegenüber in Mansfield Park (1814) vor, wo die Heldin anders als sonst weniger einen Reifeprozess durchläuft, als vielmehr von Anfang an ethische Werke verkörpert. An diesen werden die übrigen Personen gemessen.
Rein äußerlich kommen AUSTENs Romane mit wenig Handlung aus. Im Vordergrund stehen stets die Personen: AUSTENs Charaktere sind feinsinnig und sehr differenziert gezeichnet. Ihre Werke gelten als die ersten modernen Romane. Sie zeichnen sich aus durch
AUSTENs Bedeutung für die Vollendung des englischen Gesellschaftsromans des 18. Jahrhundert wurde allerdings erst im 20. Jahrhundert gewürdigt.
Werke (Auszug)
Emma (1816)
Northanger Abbey (hg. 1818, dt. Die Abtei von
Northanger)
Persuasion (hg. 1818, dt. Anne
Elliot bzw. Überredung bzw. Verführung)