Biografie
KATHERINE MANSFIELD,
die eigentlich KATHLEEN MANSFIELD BEAUCHAMP hieß, wurde als Tochter
eines Bankiers in Neuseeland geboren. Ihre Ausbildung erhielt sie am Londoner
Queen's College. Die Zeit von 1903 bis 1906 verbrachte
sie in Neuseeland, um Musik zu studieren. 1908 kehrte sie nach England zurück,
wo sie ihren schriftstellerischen Neigungen nachging. 1909 heiratete MANSFIELD,
verließ ihren Mann jedoch schon wenige Tage nach der Eheschließung.
1911 lernte sie den Literaturkritiker JOHN
MIDDLETON MURRY kennen, den sie 1918 ehelichte. MURRY gab Literaturzeitschriften
heraus, in denen MANSFIELD ihre Erzählungen veröffentlichte.
Zusammen mit dem Schriftsteller D. H. LAWRENCE gründeten sie 1916
die Zeitschrift Signature, die allerdings nur
dreimal erschien.
Bald darauf erkrankte MANSFIELD an Tuberkulose und verbrachte geraume
Zeit mit Kuraufenthalten in Südfrankreich und der Schweiz. Mit der
Veröffentlichung der Kurzgeschichte Prelude
(1918) und einer Sammlung von Short Stories
gelang ihr der literarische Durchbruch. Freundschaftlich verbunden war
sie mit ALDOUS HUXLEY und VIRGINIA WOOLF.
The Garden Party, and Other Stories (1922)
war das letzte vor ihrem Tod veröffentlichte Werk. Vergeblich hatte
sie gehofft, in einem Sanatorium nahe Fontainebleau (Frankreich) wieder
Kraft zu schöpfen. Im Januar 1923 - wenige Monate nach ihrer
Ankunft - starb MANSFIELD im Alter von nur 34 Jahren. Ihr weiteres
Werk wurde von ihrem Mann JOHN MIDDLETON MURRY postum herausgegeben.
Literarisches Schaffen
KATHERINE MANSFIELD verfasste vornehmlich Short
Stories, die stark unter dem Einfluss
des russischen Schriftstellers ANTON P. TSCHECHOW stehen. Ihre Erzählungen
unterscheiden sich deutlich in Länge und Ton. Neben langen impressionistischen
Familiengeschichten finden sich knappe, literarische
Skizzen. Sämtliche dieser Short Stories sind stark von persönlichen, schicksalhaften Erlebnissen geprägt,
geben aber auch Einblick in das gesellschaftliche Leben des wilhelminischen
Deutschlands und der neuseeländischen Heimat der Autorin.
In der Geschichte The Garden Party (1922), nach der MANSFIELDS dritte Veröffentlichung benannt ist, geht es um die Vorbereitungen eines Gartenfestes einer wohlhabenden Familie. Im Zentrum steht die Tochter Laura, die als einzige der Charaktere auf den Tod eines Nachbarn reagiert. Die Geschichte ist typisch für den ganzen Band. Statt großer Ereignisse entwirft MANSFIELD die Charakterstudie einer Person, deren Persönlichkeit innerhalb einer kurzen Zeitspanne beleuchtet wird. Die Darstellung greift auf bildliche, dem Alltäglichen entnommene Zeichen zurück. Durch MANSFIELDS Erzähltechnik der erlebten Rede, bei der die Gedanken der Figuren unmittelbar versprachlicht werden, verflüchtigt sich die Distanz zwischen Erzählung und Erzähltem.
Aufgrund ihrer Erzähltechnik und präzisen Detaildarstellung zählt KATHERINE MANSFIELD zu den bedeutendsten Vertretern der englischen Erzählliteratur des 20. Jahrhunderts.
Zu den Werken MANSFIELDS gehören die
Kurzgeschichten:
Prelude (1918)
Bliss and Other Stories (1920)
The Doves' Nest and Other Stories (hg. 1923)
Something Childish and Other Stories (hg. 1923)