


Allgemeine Fakten
Geschichte
Mittelsteinzeit und Bronzezeit
Wie auf dem Hügel von St. Paul's ausgegrabene Funde belegen, reichen
erste Ansiedlungen auf dem Gebiet des heutigen Londons bis in die Mittelsteinzeit
und die Bronzezeit zurück.
Römische Besatzung Britanniens
Ihren Namen erhielt die Stadt von den Römern: 43 n. Chr. wurde im
Zuge der römischen Invasion Britanniens
unter Kaiser CLAUDIUS Londinium
gegründet. Schon während der römischen Besatzung nahm Londinium
eine führende Rolle als Handelsplatz und Verkehrsknotenpunkt ein.
Seit DIOKLETIAN (284-305) war es Hauptstadt einer der vier spätrömischen
britischen Provinzen. Nach dem Abzug der Römer verlor London an Bedeutung
und wurde in historischen Dokumenten erst wieder im Jahr 604, anlässlich
des Baus der ersten St.
Paul´s Cathedral erwähnt.
Angelsachsen und Normannen
Zur Hauptstadt wurde London
im 11. Jahrhundert von den angelsächsischen
Königen ernannt. Der normannische Herzog WILHELM ließ
sich nach der Eroberung Britanniens 1066 in der Westminster Abbey zum
König krönen. Er ging als WILLIAM
THE CONQUEROR in die Geschichte ein und ließ den Tower von
London (1077-97) sowie die Westminster
Hall (1097-99) errichten. Unter WILLIAM erhielt London auch
die Stadtrechte zugesprochen. Es kam zum Aufbau einer eigenständigen
Verwaltung. 1192 trat der erste Bürgermeister sein Amt an, kurze
Zeit darauf wurde ein Stadtrat gebildet.
Weitere Entwicklungen
Das Bild der Stadt prägte eine Oberschicht
aus Kaufleuten, die den englischen Außenhandel bestimmte.
Im 16. Jahrhundert wurden die ersten großen Handelskompanien
gegründet und die Londoner
Börse eröffnet. Zwei Katastrophen bremsten den wirtschaftlichen
Aufstieg Londons:
Um 1700 war der Wiederaufbau der Stadt jedoch weitestgehend abgeschlossen. London entwickelte sich zum Zentrum des Welthandels und der Finanzen. Aus diesem Grund war es auch Angriffsziel während des Ersten und des Zweiten Weltkriegs. Im Zweiten Weltkrieg wurden 35% der City durch deutsche Fliegerbomben und Raketen zerstört. Die Angriffe kosteten 30 000 Menschen das Leben.
Wirtschaft
Annähernd 90 % der Einwohner
Londons sind im Dienstleistungssektor beschäftigt, während die Industriearbeit immer weiter abnimmt.
Von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung ist das Banken-,
Börsen- und Versicherungswesen. Es konzentriert sich auf die City of London, wo ein beträchtlicher
Teil der weltweit operierenden Banken vertreten ist. War London bis zu
dem Ersten Weltkrieg die bedeutendste Finanzmetropole der Erde, so rangiert
es heute auf Platz drei hinter New York und Tokio. Wichtig ist London
auch als internationaler Verkehrsknotenpunkt, vor allem im Luftverkehr. London verfügt über vier Flughäfen,
den City Airport, Gatwick, Heathrow und Stansted. Heathrow ist mit seinen
vier Terminals für die Verbindungen nach Übersee am Bedeutendsten,
während der City Airport wegen seiner zentralen Lage in den Docklands
vor allem von Geschäftsleuten genutzt wird.
Eines der größten Probleme Londons ist die Abwanderung. Viele Menschen haben sich seit den 50er Jahren dazu entschlossen, London
den Rücken zu kehren. Hauptgründe des Wegzugs sind die extrem
hohen Unterhalts- und Wohnkosten, die
auch in vernachlässigten, sanierungsbedürftigen Innenbezirken
zu entrichten sind. Viele der Wegzügler haben sich im Umland niedergelassen.
Alte Bezirke - neue Projekte
Um den Wegzug aus London zu bremsen, wurde seit den 70er Jahren verstärkt
in die Stadtentwicklung investiert. Anfang der 80er Jahre begann die Umgestaltung
der Docklands (der Hafenanlagen
an der östlichen Londoner Themse). Das Gebiet wurde in die
Bezirke Wapping, die Isle of Dog sowie die Royal Docks am nördlichen
Themse-Ufer und die Surrey Docks im Süden eingeteilt. Mit Hilfe privater
Investoren und Unternehmer, die besondere Vergünstigungen erhielten,
nahm die Stadt den Umbau alter Lagerhäuser zu Luxuswohnungen in Angriff.
Teile des Hafens sind den Touristen zur Besichtigung freigegeben worden.
Eine Attraktion stellt die Docklands Light
Railway (DLR) dar: eine computergesteuerte Schmalspurbahn, die
die City of London mit den Docklands verbindet.
Die Modernisierung der Docklands hat aber auch starke Kritik hervorgerufen.
Bemängelt wird u. a., dass für die ursprünglichen Einwohner
keine neuen Arbeitsplätze geschaffen worden sind und dass sie von
wohlhabenden Schichten aus dem neugestalteten Stadtbezirk verdrängt
wurden. Denn die durch den Umbau entstandenen Appartements werden vorwiegend
von so genannten Yuppies (= Young
Urban Professionals) bewohnt, die sich den Kauf oder die Miete
der Wohnungen leisten können.
Ein anderer Stadtteil, der in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen
Berühmtheit erlangt hat, ist Notting
Hill. Zur Popularität dieses
Bezirks hat insbesondere der Film Notting
Hill mit JULIA ROBERTS und HUGH GRANT beigetragen. Er machte Notting
Hill zu einem Touristenziel. Dabei gerät häufig in Vergessenheit,
dass der Stadtteil lange Zeit einer der ärmeren Bezirke Londons war,
in dem vor allem Einwanderer westindischer Herkunft lebten.
Karibischen Ursprungs ist auch der Notting
Hill Carnival, der jeden Spätsommer stattfindet und drei Tage
lang die Straßen füllt. Der Karneval hat inzwischen so einen
hohen Stellenwert, dass man das gesamte Jahr über an den Vorbereitungen
arbeitet. Allerdings war das Miteinander nicht immer so friedlich: Anfang
der 50er Jahre, als die Einwanderung aus Übersee anstieg, führten
rassistische Übergriffe junger Weißer zu den Notting
Hill Riots. Auch in späteren
Jahren kam es zu Ausschreitungen.
Wenn man von Notting Hill spricht, sollte die Portobello
Road nicht unterschlagen werden, wo sich der bekannteste Antiquitäten-
und Flohmarkt Londons befindet. Dort finden sich Secondhand-Kleider neben
kunstvoll angefertigtem Wohndekor.
Mode
London hat nicht zuletzt einen klangvollen Namen in der Modebranche.
Jahr für Jahr stellen Designer auf der London
Fashion Week ihre neuen Kollektionen vor. Bekannte Namen unter
den Londoner Designern sind VIVIENNE WESTWOOD, die vor allem mit Punk-Mode
in Verbindung gebracht wird, ALEXANDER McQUEEN aus dem East End und HUSSEIN
CHALAYAN.