
Biografie
ELIZABETH BARRETT BROWNING wuchs
in einem streng patriarchalischen Elternhaus auf. In ihrer Jugend war sie
infolge einer Rückgratverletzung jahrelang ans Bett gefesselt. Der
Tod ihres Lieblingsbruders EDWARD traf sie besonders schwer. Ihr Leben nahm
eine positive Wendung, als sie 1846 heimlich ROBERT
BROWNING heiratete und mit ihm aus der häuslichen Enge nach
Italien floh. 1849 wurde ihr Sohn ROBERT
geboren. Bis zu ihrem Tod 1861 lebte ELIZABETH mit ihrer Familie überwiegend
in Italien.
ROBERT BROWNING genoss eine ungewöhnlich umfassende, wenn auch unsystematische Bildung. Sie fand unter Anleitung seines Vaters, eines wohlhabenden Bankbeamten, statt, der eine überaus große Bibliothek besaß. Sein Studium an der London University brach BROWNING schon im zweiten Semester ab. Er schrieb zunächst Dramen, die jedoch keine große Zustimmung fanden. Er schloss aber wichtige Freundschaften mit CHARLES DICKENS, ALFRED LORD TENNYSON, WILLIAM THACKERAY und NATHANIEL HAWTHORNE. Bis zum Tod seiner Frau ELIZABETH lebte BROWNING in Italien, kehrte dann aber nach England zurück. Dort gelang ihm mit der epischen Dichtung The Ring and the Book (1868-69) der große Durchbruch. Ihm wurden zahlreiche Ehrungen angesehener Universitäten verliehen. 1878 zog BROWNING wieder nach Italien zu seinem Sohn. Er starb am 12. Dezember 1889 in Venedig. Sein letztes Buch Asolando wurde an seinem Todestag veröffentlicht.
Literarisches Schaffen
Die frühen Werke von ELIZABETH
BARRETT BROWNING, darunter The
Battle of Marathon (1820) und An Essay on Mind
(1826), wurden anonym veröffentlicht. Die Druckkosten bezahlte ihr
Vater. Mit den Gedichtbänden The Seraphim, and
other Poems (1838) und besonders mit Poems
(1844) schaffte sie den Durchbruch als angesehene Dichterin. Inspiriert
von ihrer Liebe zu ROBERT BROWNING schuf sie die Sonnets
from the Portuguese (1847), die 1850 publiziert wurden. Dieser
Sonettzyklus gilt als ihr herausragendes
Werk und gehört zu den bekanntesten Sammlungen englischer Liebeslyrik.
ELIZABETH BARRETT BROWNING nahm während ihrer Zeit in Italien großen
Anteil am politischen und sozialen Geschehen. Ihr Engagement fand Ausdruck
in Casa Guidi Windows (1851, Gedichte über
den italienischen Freiheitswillen), The Cry of Children (in Two Poems, 1854) und Poems
Before Congress (1860). Sie schrieb ferner die Verserzählung Aurora Leigh (1857), die vom Leben einer Schriftstellerin
handelt. Dabei verbindet sie die Liebesthematik mit sozialen Problemen
wie der Frauenfrage. Durch ihr Engagement für soziale Fragen büßte
sie allerdings zu ihrer Zeit an Popularität ein.
ROBERT BROWNING
Die Frühwerke BROWNINGS
- insbesondere die wenig beachtete Verserzählung Pauline
(1833) - zeigen den Einfluss PERCY BYSSHE SHELLEYS. Nach verschiedenen
literarischen Versuchen, aus denen das epische Gedicht Sordello
(1840) und die Szenenfolge Pippa Passes (1841)
hervorstechen, fand BROWNING zu der ihm gemäßen Form des dramatischen
Monologs. Die beiden Werke Men and Women
(1855) und Dramatis personae (1864) machten
ihn berühmt. Sie geben in sprachlich ungeglätteter Form genaue
psychologische Einblicke und beschreiben zeitgeschichtliche und historische
Genrebilder, die sich um Künstlergestalten ranken. Eine Steigerung
erfährt dieser Stil in seiner größten epischen
Dichtung The Ring and the Book (1868-69),
die aus vier Bänden besteht. BROWNING lässt hier einen italienischen
Mordprozess aus dem Jahr 1698 wiederaufleben, der psychologisch
feinsinnig aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wird.
Aus den späteren Werken sind die beiden, von der Antike inspirierten
Dichtungen Balaustion's Adventure (1871) und
Aristophanes' Apology (1875) hervorzuheben.
BROWNINGS Neigung zum Lakonischen, Obskuren und zu kaum erschließbaren
Anspielungen erschwerten die unmittelbare Publikumswirkung. Heute lassen
sich in seinen Dichtungen Ansätze moderner
poetischer Techniken entdecken.
Obwohl ELIZABETH BARRETT BROWNING zu ihren Lebzeiten bekannter war als ihr Mann, gilt ROBERT BROWNING heute als einer der wichtigsten Dichter des Viktorianischen Zeitalters. Er beeinflusste zahlreiche Schriftsteller der Moderne, insbesondere T. S. ELIOT und EZRA POUND, die sich formal und inhaltlich an BROWNINGS Werken orientierten.
Werke
Zu den weiteren Werken ELIZABETH BARRETT BROWNINGS gehören:
Prometheus Bound (Übersetzung 1833)
The Runaway Slave at Pilgrim's Point (1849)
Last Poems (1863)
The Greek Christian Poets, and the English Poets
(1863)
Zu den weiteren Werken ROBERT BROWNINGS gehören:
Paracelsus (1835)
Bells and Pomegranates (1841-46)
Christmas-Eve and Easter Day (1850)
Prince Hohenstiel-Schwangau (1871)
Red Cotton Night-Cap Country (1873)
The Inn Album (1875)
The Agamemnon of Aeschylus (1877)
Dramatic Idyls (1879)
Dramatic Idyls, Second Series (1880)
Jocoseria (1883)