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Südafrika - Zeittafel
Südafrika


Zeittafel von 1652 bis 2003
  
1652
Im Auftrag der niederländischen Vereenigde Oostindische Compagnie wird eine Verpflegungsstation in der Tafelbucht (Südafrika) eingerichtet.
1779
Die Buren (niederländisch-stämmige Siedler) annektieren die Stammesgebiete der Xhosa und lösen damit die knapp hundert Jahre währenden Kämpfe zwischen weißen Kolonialisten und afrikanischen Stämmen aus.
1806
Großbritannien annektiert die niederländische Kapkolonie.
1894
MAHATMA GANDHI, seit 1893 als Rechtsanwalt in der südafrikanischen Provinz Transvaal tätig, gründet den Natal Indian Congress, um den Widerstand der indischen Einwanderer gegen diskriminierende Gesetze, wie die Aberkennung des Stimmrechts, zu organisieren.
1899
Ausbruch des Burenkriegs gegen die britische Kolonialtruppen in Südafrika.
1910
31. Mai: Als Vereinigung der britischen Kolonien in Südafrika wird das Dominion South African Union eingerichtet.
1912
Gründung des African National Congress (ANC) in Bloemfontein (Südafrika).
1913
Inkrafttreten des Natives Land Act, der es der schwarzafrikanischen Bevölkerung verbietet, Land weißer Siedler zu kaufen oder zu pachten. Dies hat zur Folge, dass sich nur etwa 8 % der nutzbaren Fläche Südafrikas in Besitz von Schwarzafrikanern befand.
1918
18. Juli: NELSON MANDELA wird im südafrikanischen Qunu (Provinz Transkei) geboren.
1923
Mit dem Natives (Urban Areas) Act setzt die Abtrennung von Wohngebieten nach rassischen Kriterien ein.
1944
Aufbau der ANC Youth League durch NELSON MANDELA, WALTER SISULU und OLIVER TAMBO.
1948
Die National Party übernimmt in Südafrika die Macht und erlässt in der Folgezeit eine Vielzahl rassistischer Gesetze.
1949
Der Prohibition of Mixed Marriages Act untersagt die Heirat zwischen Weißen und Menschen anderer Hautfarbe. In der Zeit von 1946 bis zum Inkrafttreten des Gesetzes wurden lediglich 75 Mischehen registriert (zum Vergleich: 28.000 Eheschließungen unter Weißen).
1950
Der Population Registration Act: Mit diesem Gesetz wird die Einrichtung eines nationalen Bevölkerungsregisters beschlossen, in dem die Rasse jedes südafrikanischen Bürgers vermerkt ist. In Streitfällen entscheidet ein Race Classification Board über die Rassenzugehörigkeit.
1950
Der Group Areas Act führt abgetrennte Wohngebiete für unterschiedliche Rassen ein und erzwingt den Wegzug von Einwohnern aus Wohnbezirken, die anderen Rassen vorbehalten sind.
1951
Mit dem Bantu Authorities Act wird die Einrichtung der so genannten homelands vorangetrieben, in die große Teile der schwarzen Bevölkerung umsiedeln müssen. Die homelands besitzen als abgeschlossene Siedlungsgebiete weitreichende Selbstverwaltung.
1951
Mit dem Separate Representation of Voters Act und dem Zusatz von 1956 werden die Coloured people aus dem allgemeinen Wahlregister gestrichen.
1952
Der Natives (Abolition of Passes and Co-ordination of Documents) Act - die so genannten Pass Laws - zwingen die männlichen schwarzen Bürger Südafrikas, sich jederzeit ausweisen zu können. Im Ausweis sind neben Lichtbild, Geburtsort und anderen persönlichen Daten auch Arbeitsnachweis, Steuerzahlungen und Auseinandersetzungen mit der Polizei vermerkt. Der Aufenthalt in Städten ist schwarzen Bürgern nur mit Erlaubnis der lokalen Behörden gestattet.
1953
Durch den Bantu Education Act (1953) und die damit verbundene Einrichtung eines Black Education Department wird ein eigener Lehrplan für schwarze Schülerinnen und Schüler beschlossen, der ihre Bildungs- und Berufschancen massiv beschränkt.
1953
Der Reservation of Separate Amenities Act (1953) verschärft die Rassentrennung und Diskriminierung im öffentlichen Bereich. Hinweisschilder mit den Aufschriften "Europeans (Whites, Blankes) Only" und "Non-Europeans Only" werden installiert.
1959
Mit dem Extension of University Education Act dürfen schwarze Studierende keine den Weißen vorbehaltene Universitäten besuchen.
1959
Unter Vorsitz von ROBERT MANGALISO SOBUKWE spaltet sich der radikalere Panafrican Congress (PAC) vom ANC ab.
1960
21. März: Beim Sharpeville-Massaker tötet die südafrikanische Polizei 69 der zigtausend gegen die diskriminierenden Passgesetze demonstrierenden Schwarzen.
1960
1960: Das südafrikanische Apartheidregime verbietet den African National Congress.
1961
JOHANNES VORSTER tritt das Amt des südafrikanischen Justizministers an und betreibt in seiner Amtszeit die Zerschlagung der schwarzen Befreiungsbewegungen.
1961
Gründung der dem African National Congress angehörenden militanten Organisation Umkhonto we Sizwe ('Speer der Nation') unter dem Kommando von NELSON MANDELA.
1964
Im Juni wird NELSON MANDELA zu lebenslänglicher Haft verurteilt.
1970
Der Bantu Homelands Citizens Act (1970) nötigt alle südafrikanischen Schwarzen, sich als Einwohner des ihrer ethnischen Gruppe zugewiesenen homeland registrieren zu lassen.
1976
Im Juni brechen die 'Soweto-Riots' aus, die von der südafrikanischen Polizei blutig niedergeschlagen werden.
1984
Für seinen gewaltlosen Einsatz gegen das Apartheidregime erhält DESMOND TUTU den Friedensnobelpreis.
1990
Erste Gespräche zwischen Vertretern der regierenden National Party und dem African National Congress leiten den südafrikanischen Demokratisierungsprozess ein.
1990
Freilassung der politischen Gefangengen - darunter auch NELSON MANDELA.
1993
Im April wird CHRIS HANI, Generalsekretär der kommunistischen Partei Südafrikas, vor seinem Haus von Rechtsextremisten ermordet.
1993
In Südafrika tritt eine Interimsverfassung in Kraft, die bis zur Verabschiedung der endgültigen Verfassung 1997 gültig ist.
1993
Für ihren Beitrag zur Abschaffung der Apartheid werden NELSON MANDELA und FREDERIK DE KLERK mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
1994
27. April: Freie und gleiche Wahlen in Südafrika.
1994
10. Mai: NELSON MANDELA wird als erster schwarzer Präsident Südafrikas vereidigt.
1995
Die bis 1998 tätige Truth and Reconciliation-Commission zur Aufarbeitung der Apartheid-Verbrechen nimmt unter Vorsitz von DESMOND TUTU ihre Arbeit auf.
1997
04. Februar: Die neue Verfassung Südafrikas tritt in Kraft.
2003

Die von DESMOND TUTU geleitete Truth and Reconciliation-Commission präsentiert den offiziellen Abschlussbericht, mit dem die Auszahlung von Entschädigungsleistungen an rund 20.000 Apartheidopfer beginnen kann.

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