
Literarisches Schaffen
T. S. ELIOT war einer der bedeutendsten Dichterpersönlichkeiten des
20. Jahrhunderts. Vor allem durch seine Lyrik, aber auch durch seine Dramen
und seine Essays verlieh er der Literatur entscheidende sprachliche und
formale Impulse.
Lyrik
Im Widerspruch zur vorherrschenden spätromantischen Tradition griff
ELIOT in seiner Lyrik auf die klassische
Literatur und die englische Barockdichtung mit ihrer strengen Form zurück.
Er ließ sich außerdem vom französischen
Symbolismus beeinflussen: Diese literarische Strömung des
späten 19. Jahrhunderts wandte sich gegen die naturalistische Wiedergabe
der sichtbaren Welt und sprach sich für eine reine Wortkunst aus.
Als Technik wurden alle sprachlichen, klanglichen und rhythmischen Mittel
eingesetzt. ELIOTS erste Gedichte in Prufrock and
Other Observations (1917) greifen symbolistische
Stilmittel auf: In freien Rhythmen
und ironisch-distanziertem Ton wird die menschliche Verzweiflung angesichts
einer sinnentleerten Welt geschildert.
Die Sprache ELIOTS orientiert sich am modernen
Konversationsstil; seine Metaphern entstammen dem urbanen Lebensumfeld.
Doch finden sich auch zahlreiche Anspielungen auf die mythisch und kulturelle
Überlieferung. Den Höhepunkt seiner Lyrik stellt das Gedicht
The Waste Land (1922) dar, das unter Mitwirkung
von EZRA POUND entstand und ELIOTS Ruhm begründete. Es schildert
die in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg aus den Fugen geratene Welt.
Die Dichtung Four Quartets (1943) gilt als
weiteres bedeutendes Werk, in dem ELIOT den christlichen
Humanismus als Lösung der existentiellen Probleme des modernen
Menschen propagiert.
Drama
In seinen Bühnenwerken erneuerte ELIOT das poetische
Drama.
Im Auftrag der Kirche schrieb er das Versdrama Murder
in the Cathedral (1935). Das christliche Mysterienspiel
handelt von der Ermordung des Erzbischofs von Canterbury THOMAS BECKET
im 12. Jahrhundert und thematisiert dabei die Bedeutung der Kirche für
das soziales Handeln. In seinen späteren erfolgreichen Gesellschaftsstücken
wie The Family Reunion (1939) und The
Cocktail Party (1950) werden zeitlose menschliche Konfliktsituationen
im Gepräge der modernen Gesellschaft vorgeführt und das Christentum
als ausgleichendes und versöhnendes Element präsentiert.
Essays
In seinen literaturkritischen Essays
setzt sich ELIOT eingehend mit der literarischen Tradition auseinander,
um sie für die Moderne fruchtbar zu machen. Die Essays formulieren
zentrale Dichtungsprinzipien und zeigen - wie The
Idea of a Christian Society (1939) und Notes
Towards the Definition of Culture (1948) - ELIOTS Vorstellungen
von einer christlichen Gesellschaft in der modernen Kultur.
Werke
Zu den weiteren Werken THOMAS STEARNS ELIOT gehören:
Lyrik
Ash Wednesday (1930)
Old Possum's Book of Practical Cats (1939,
Vorlage für das Musical Cats)
Dramen
The Rock (1934)
The Confidential Clerk (1954)
The Elder Statesman (1959)
Essays
For Lancelot Andrewes (1928)
After Strange Gods (1934)
Essays Ancient and Modern (1936)
Poetry and Drama (1951)
On Poets and Poetry (1957)