Walisisches Englisch - Welsh
Eine vereinfachte Unterteilung des gesprochenen
Walisisch kann in Nord- und Südwalisisch ("Gog" und "Taff",
nach Gogledd, was Norden bedeutet, und dem Fluss Taff in Südwales)
getroffen werden. Die Unterschiede in den Dialekten betreffen Vokabular,
Aussprache und Grammatik. So würde die Frage
Do you want a cup of tea?
m
Norden typischerweise
Dach chi isio panad?
lauten, während im Süden die Variante
Dych chi'n moyn dishgled?
wahrscheinlicher wäre.
Hinsichtlich der
Aussprache lässt
sich verallgemeinernd sagen, dass im Süden der Buchstabe "s"
tendenziell gelispelt ausgesprochen wird, e.g.
mis
(=
month), im Norden eher die Aussprache
"mees"
und im Süden
"meesh" anzutreffen
ist.
Grammatik
Auch wenn das Walisische eine Reihe von Gemeinsamkeiten mit anderen indoeuropäischen
Sprachen aufweist, so gibt es auch Besonderheiten, die das Walisische
hinschtlich seiner Grammatik mit
anderen keltischen Sprachen teilt:
- Der erste Buchstabe eines Wortes
kann sich je nach grammatischem Kontext verändern,
z. B. ist das Wort für "stone"
carreg, aber "the
stone" wird zu y garreg (soft
mutation), "my stone" lautet
fy ngharreg (nasal mutation)
and "her stone" ei
charreg.
- Gebeugte (oder konjugierte) Präpositionen:
Viele Präpositionen verändern ihre Form, wenn auf sie ein
Pronomen folgt.
So wird aus der Präposition "to"
bei z. B. to Eleri i
Eleri, aus "to him" wird
iddo fe und aus "to
her" wird iddi hi.
- Es gibt keinen unbestimmten Artikel:
cath kann "cat"
oder "a cat" bedeuten.
- Verwendung von Hilfsverben: Während
im Englischen Verben entweder direkt (I go)
oder mithilfe von Hilfsverben benutzt werden können, (I
am going, wobei to be hier als Hilfsverb
zum Einsatz kommt), tendiert das Walisische stark zu letzterem Gebrauch.
In der einfachen Gegenwart werden alle Verben mit dem Verb bod
(to be) verwendet:
so bedeutet dwi'n mynd wörtlich "I
am going", eigentlich aber "I go".
- Die Betonung liegt prinzipiell
auf der vorletzten Wortsilbe sofern
nicht ein betonter Vokal vorkommt. Der mit Abstand am häufigsten
eingesetzte Akzent ist der Circumflex (^), der über jedem der sieben
Vokale erscheinen kann, um einen langen Vokal anzuzeigen.
- Adjektive folgen meist dem Substantiv,
das sie beschreiben: y ddraig goch = der
Drache rot
- Eine kleine Anzahl Adjektive besitzt gesonderte Femininformen:
| maskulin |
feminin |
| o trwm = schwer |
trom o |
| gwyn = weiß |
gwen |
Das
Kymrische unterscheidet
zwischen
maskulinen und femininen Substantiven.
Der Genusunterschied besteht nur im Singular. Der
Plural
kann auf verschiedene Weise gebildet werden:
- durch Anhängen eines Pluralsuffixes:
afal (= 'Apfel) : pl. afalau;
- durch Umlaut: Cymro
(= Waliser) : pl. Cymry;
- durch Suffix und Umlaut bzw. Vokaländerung: nant
(= Fluss): pl. nentydd.
- Eine Reihe von Substantiven leitet den Singular mittels Suffix vom
Plural ab (so genannte Singulative):
sêr pl. (= Sterne): sg. seren
(= Sterne).
adar pl. (= Vögel): sg. ederyn
(= Vogel).
Walisisch heute:
Das Kymrische wird nach wie vor von
vielen Kindern als Muttersprache erlernt und von allen Gesellschaftsschichten
gesprochen. Es ist Unterrichtssprache in der Schule und an vielen Universitäten.
Die Aussichten, die Sprache zu erhalten, sind also recht gut, zumal das
Kymrische noch über ein zusammenhängendes Sprachgebiet verfügt.
Seit Wales über ein eigenes Parlament, die National
Assembly for Wales (Cynulliad Cenedlaethol
Cymru) verfügt, sind die Maßnahmen zur Förderung
des Kymrischen intensiviert worden. Außerdem kann man das Kymrische
als einigendes und identitätsstiftendes Element vieler Waliser ansehen.