
,
für die f differenzierbar ist, nennt man Differenzierbarkeitsbereich
(bzw. Differenzierbarkeitsmenge)
der Funktion f. Es gilt:
die Ableitung
gebildet werden, dann ist
wieder eine Funktion von x.
die zweite
Ableitung der Ausgangsfunktion f und man schreibt:
Entsprechend kann es auch eine dritte, vierte,
... Ableitung von f geben (interaktives Rechenbeispiel). Die n-te
Ableitung von f schreibt man in folgender Form:

Existiert für eine Funktion f in einer Teilmenge von
ihre n-te Ableitung
,
so heißt f dort n-mal differenzierbar.
hat als (erste) Ableitung
,
als zweite Ableitung
,
als dritte Ableitung
und als vierte Ableitung
.

schließlich ändert sich durch Differenzieren überhaupt
nicht. Alle Ableitungen sind gleich der Originalfunktion, d.h., es gilt:
Wozu sind höhere Ableitungen in der Praxis gut? Nehmen wir z.B.
an, Sie fahren mit Ihrem Wagen über die Autobahn. Dem Ort, an dem
Sie sich gerade befinden, ordnen wir die Variable s zu. Diese Variable
s ändert sich natürlich mit der Zeit, denn Sie bewegen sich
ja. Zu jeder Zeit t befinden Sie sich genau an einem Ort
.
Die Zuordnung
ist daher eine Funktion, die wir Ortsfunktion
nennen. Deren Gestalt können wir nicht in einfacher Weise angeben,
weil Ihre Bewegung ja im Allgemeinen recht kompliziert ist (Anfahren,
Beschleunigen, Bremsen, Überholen usw.) Trotzdem wissen wir, dass
die Ableitung dieser komplizierten Ortsfunktion genau Ihre Momentangeschwindigkeit
angibt, die natürlich ebenfalls in komplizierter Weise von der Zeit
abhängt. Ihr Tachometer z.B. ist nichts anderes als ein – relativ
ungenaues – mechanisches Differenziergerät! Es zeigt Ihnen Ihre Momentangeschwindigkeit
an.
Für Ableitungen nach der Zeit verwenden Physiker und Mathematiker
den Punkt als Abkürzung; es gilt also:


Welche Bedeutung hat nun die zweite Ableitung
der Ortsfunktion? Sie ist die Steigungsfunktion der Geschwindigkeit, gibt
also die Änderung der Geschwindigkeit, d.h. die Beschleunigung
an. Treten Sie aufs Gas, dann wird Ihre Geschwindigkeit größer,
d.h., die Beschleunigung hat einen positiven Wert. Bremsen Sie dagegen
scharf, dann sinkt Ihre Geschwindigkeit rasch ab, d.h., die Steigung der
Geschwindigkeit wird stark negativ und Ihre Beschleunigung hat einen großen
negativen Wert. Sie heißt dann meist Verzögerung.
Das obige Bild gibt die Anfahrfunktion eines Kraftfahrzeuges einschließlich
ihrer ersten beiden Ableitungen (Geschwindigkeit und Beschleunigung) wieder.
Der Technische Überwachungsverein (TÜV) legt großen Wert
darauf, dass die Verzögerung eines Automobils einen gewissen Mindestwert
aufweist. Deshalb überprüft er in regelmäßigen Abständen
diese "Bremsverzögerung", die von Zustand und Bauart der
Bremsen abhängt. Das (positive) Beschleunigungsvermögen dagegen
interessiert den TÜV (noch) nicht, den Autofahrer allerdings um so
mehr: Je stärker ein Wagen beschleunigen kann, desto mehr Kraft hat
er! Unversehens sind wir so auf einen Zusammenhang gestoßen, der
buchstäblich die Welt in den Angeln hält: Die Beschleunigung
ist ein Maß für die wirkende Kraft.
Der englische Physiker ISAAC NEWTON (1643 bis 1727, Bild 1) hat diesen
Zusammenhang als Erster in einer Formel erfasst, die man heute als das
Grundgesetz der Mechanik
bezeichnet und die den Grundstein für die sogenannte "klassische
Physik" legte:

(dabei bedeuten F die Kraft, m die Masse des Körpers und
seine Beschleunigung)
Unsere so alltäglich gewordene Bewegung eines Automobils gehorcht
diesem Gesetz ebenso wie ein fallender Stein oder die Bewegung der Erde
um die Sonne. Man braucht kaum zu betonen, wie sehr dieser Zusammenhang
von Kraft und Beschleunigung unsere Natur, unsere Technik und damit unser
gesamtes Dasein bestimmt.
Übrigens war ISAAC NEWTON auch der Erste, der (um 1655) beim Nachdenken über Geschwindigkeitsprobleme die Gesetze des Differenzierens herausfand. Obwohl unsere heutige Form der Differenzialrechnung von GOTTFRIED WILHELM LEIBNIZ (1646 bis 1716, Bild 2) stammt, der sie unabhängig von NEWTON etwa zur gleichen Zeit (um 1675) entdeckte, erkannte NEWTON auf Anhieb deren elementare Bedeutung für die Gesetze der Mechanik.
Die geometrische Bedeutung der Ableitungen (sechs wichtige Regeln)
für
,
so ist f(x) dort streng monoton steigend.
für
,
so ist f(x) dort streng monoton fallend.
und
für eine Stelle
,
so hat f(x) bei
ein lokales Minimum, der zugehörige
Graph einen Tiefpunkt.
und
für eine Stelle
,
so hat f(x) bei
ein lokales Maximum, der zugehörige
Graph einen Hochpunkt.
und
für
,
so hat f(x) bei
einen Wendepunkt.
hinreichend oft differenzierbar mit
und
,
so gilt:
ein Extremum: ein Maximum, wenn
und ein Minimum, wenn
;
einen Wendepunkt. Anmerkung: Alle oben genannten Regeln sind
nicht umkehrbar!