



Gegeben seien im
Raum zwei Ebenen
und
. Der Abstand
dieser beiden Ebenen ist zu bestimmen.
Dazu muss man zuerst erklären,
was unter dem Abstand von
zwei Ebenen
und
zu verstehen
ist:
Bezeichnet
einen
beliebigen Punkt von
und
einen beliebigen
Punkt von
, so
soll unter dem Abstand von
und
die kleinste
aller möglichen Streckenlängen
verstanden werden.
Sind
und
nicht zueinander parallel,
so haben beide eine Schnittgerade
g gemeinsam (s. Bild 1).
Wie beim Abstand zweier einander schneidender
Geraden würde sich hier der Abstand 0 ergeben, obwohl
und
nicht zusammenfallen.
Aus diesem Grund betrachten wir im Weiteren nur zwei zueinander parallele
Ebenen
und
.
Wählt man einen Punkt
von
und fällt
das Lot von
auf
, dann bezeichnet
den zugehörigen
Lotfußpunkt. Aufgrund der Dreiecksungleichung (s. auch nebenstehende
Skizze) ist
die kürzeste unter allen Verbindungsstrecken, die
mit einem Punkt X von
verbinden (Bild 2).
Wir betrachten nun einen von
verschiedenen Punkt
in
.
bezeichnet
dann den zugehörigen Lotfußpunkt in
und
bildet
ein Rechteck (Bild 3). Daraus kann man schlussfolgern, dass die Bestimmung
des Abstandes zweier paralleler Ebenen
und
unabhängig
von der Wahl des Punktes
von
in ist.
Durch diese Überlegung lässt sich die Abstandsbestimmung
für zwei zueinander parallele Ebenen auf die Bestimmung des Abstandes
eines Punktes von einer Ebene zurückführen. Es gelten die folgenden
beiden Sätze.
Satz:
Sind im Raum zwei zueinander parallele Ebene
und
jeweils
durch einen Stützpunkt
bzw.
und jeweils
einen Normalenvektor
bzw.
(
und
sind linear abhängig voneinander) gegeben, so kann man den (vorzeichenbehafteten)
Abstand der beiden Ebenen durch
berechnen (s. interaktives Rechenbeispiel 1).
Satz:
Sind im Raum zwei zueinander parallele Ebene
und
durch ihre
Gleichungen
bzw.
gegeben,
so kann man den (vorzeichenbehafteten) Abstand der beiden Ebenen (beispielsweise)
unter Verwendung der Koordinaten des Punktes
durch
bestimmen
(s. interaktives Rechenbeispiel 2).
Berechnet man den Abstand von
und
wie oben
angegeben, dann ist
genau
dann, wenn
in dem Halbraum bezüglich
liegt, in
den der Normalenvektor
von
zeigt;
genau
dann, wenn
in dem Halbraum bezüglich
liegt, in den der Normalenvektor
von
nicht
zeigt;
=
gilt.