Betrachtet man
die Mathematik als Gebäude, dann bilden Grundbegriffe
und als wahr angenommene Grundaussagen
(sogenannte Axiome bzw. Postulate)
das Fundament. Der Aufbau des Gebäudes vollzieht sich im Wesentlichen
dadurch, dass ausgehend von den Grundbegriffen weitere Begriffe (sogenannte
abgeleitete Begriffe) gebildet (definiert)
werden sowie Zusammenhänge zwischen ihnen erkannt und in Aussagen formuliert
werden. Als wahr erkannte Aussagen werden als Sätze
(Lehrsätze) in das Gebäude aufgenommen und bei dessen weiterer
Vervollkommnung verwendet.
Der Nachweis der Wahrheit einer Aussage, eines mathematischen Satzes, erfolgt
durch einen Beweis. Man unterscheidet
direkte und indirekte Beweise.
Die Struktur mathematischer Sätze ist im Allgemeinen eine Implikation
der Form
,
wobei das Vorderglied A die Voraussetzung
und das Hinterglied B die Behauptung
genannt wird.
Von dorther ergibt sich beim Beweisen eine Dreiteilung:

Der dritte Schritt (die eigentliche Beweisdurchführung) besteht aus
einer Kette von Folgerungen, in denen nur die Voraussetzung(en), vorhandene
Definitionen und bereits bewiesene Sätze verwendet werden dürfen.
Am Ende dieser Kette, die durch logische Schlussregeln aufgebaut und begründet
ist, muss sich die Behauptung ergeben.
Im Folgenden seien Beispiele für wichtige im Mathematikunterricht vorkommende logische Schlussregeln aufgezählt:


Wechselwinkel an geschnittenen Parallelen sind, dann ist
.
Nach Konstruktion sind
Wechselwinkel an geschnittenen Parallelen. Also gilt
.
,
dann auch
"
und "Wenn
,
dann auch
"
folgt die Gültigkeit der Aussage "Wenn
,
dann auch
"
für alle
.Regel der Kontraposition

Wenn die Aussage "Wenn A, dann B" wahr ist, so ist auch
"Wenn nicht B, dann nicht A" eine wahre Aussage.
Beispiel: Aus der Gültigkeit von "Wenn
zwei Dreiecke in zwei Winkeln übereinstimmen, dann sind sie zueinander
ähnlich" folgt die Gültigkeit von "Wenn zwei Dreiecke
nicht zueinander ähnlich sind, dann stimmen sie auch nicht in
zwei Winkeln überein".