Mathematik Abitur
Axiomensysteme
Vierreihiges Galton-BrettEuklid von Alexandria (etwa 365 bis etwa 300 v.Chr.)Andrej Nikolajewitsch Kolmogorow (1903 bis 1987)

Durch Axiomensysteme werden mathematische Begriffe mithilfe einer Reihe von einfachen Festlegungen, die man Axiome nennt, charakterisiert.
Derartige mathematische Axiomensysteme genügen folgenden Bedingungen:

Im Folgenden werden drei Beispiele für mathematische Axiomensysteme angegeben.

Auf der Basis dieser Axiome wären die natürlichen Zahlen mit 0; 0', 0"; ... zu bezeichnen. Diese Schreibweise ist aber sehr unübersichtlich und beansprucht viel Zeit und Raum. Deshalb verwendet man für die natürlichen Zahlen das dekadische Positionssystem und symbolisiert sie mit 0; 1; 2; ...; 9; 10; 11; ...
Definiert man für die natürlichen Zahlen die uns bekannten Rechenoperationen, so müssen deren
Rechenregeln nur mittels der peanoschen Axiome und logischer Schlüsse bewiesen werden können.
Definiert man etwa Addition und Multiplikation für natürliche Zahlen m, n mittels

so lassen sich aus den peanoschen Axiomen beispielsweise die Kommutativgesetze
,
die Assoziativgesetze

sowie das Distributivgesetz

herleiten.
Das dabei benutzte Beweisverfahren der vollständigen Induktion wird durch das Axiom 5 gerechtfertigt.

Beispiel 2: Axiomensystem der euklidischen Geometrie
Auch die euklidische Geometrie beruht auf einfachen Grundannahmen, die so anschaulich und plausibel waren, dass man kein Bedürfnis verspürte, diese auf den griechischen Mathematiker EUKLID VON ALEXANDRIA (etwa 365 bis etwa 300 v.Chr., Bild 2) zurückgehenden Axiome zu beweisen. Nur eine Ausnahme gab es, das fünfte Axiom, das Parallelenaxiom:

Etwa 2000 Jahre lang hat man immer wieder, aber vergeblich versucht, dieses Parallelenpostulat aus den anderen Axiomen herzuleiten. Erst durch die Arbeiten von CARL FRIEDRICH GAUSS (nicht veröffentlicht) in Göttingen, NIKOLAI IWANOWITSCH LOBATSCHEWSKI (veröffentlicht um 1829) in Kasan, JANOS BOLYAI (veröffentlicht um 1832) in Budapest wurde bewiesen, dass

Die Wahrscheinlichkeitsrechnung axiomatisch zu begründen galt lange Zeit als ein aussichtsloses Unterfangen. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts war unter Wissenschaftlern die Meinung verbreitet, dass keine weitere mathematische Disziplin auf so unklaren und schwankenden Grundlagen aufgebaut sei wie diese.
Erst als es gelang, Zusammenhänge zwischen der Wahrscheinlichkeitsrechnung und der scheinbar weit von ihr entfernt liegenden Mengentheorie herzustellen, indem zufällige Ereignisse als Mengen definiert wurden, bekamen die Bestrebungen, die Wahrscheinlichkeitsrechnung axiomatisch zu begründen, eine feste Grundlage. Das von dem russischen Mathematiker ANDREJ NIKOLAJEWITSCH KOLMOGOROW (1903 bis 1987, Bild 3) im Jahre 1933 veröffentlichte Axiomensystem stellt einen gewissen Abschluss in diesem Prozess dar.
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