Sind
Vektoren eines Vektorraumes V, so ist die Menge
aller Linearkombinationen dieser Vektoren bezüglich der Addition
und der Vervielfachung in V wieder ein Vektorraum, d.h. ein Unterraum
von V. Die Menge
wird ein Erzeugendensystem des Unterraumes
U genannt.
Von besonderem Interesse ist ein minimales Erzeugendensystem
für U, d.h. ein System mit kleinstmöglicher Zahl m, welches dann
Basis von U genannt wird.
Für die folgenden Betrachtungen werden die Begriffe der linearen
Unabhängigkeit bzw. der linearen Abhängigkeit von Vektoren benötigt.
Die lineare Unabhängigkeit
der Vektoren
eines Vektorraumes V ist durch die Gültigkeit der folgenden Aussage
charakterisiert:
folgt
. Genau in diesem Fall lässt sich kein Vektor der gegebenen Vektoren
als
Linearkombination der übrigen darstellen.
Für die Vektoren einer Ebene
bzw. für die im Raum (
,
Vektoren des Anschauungsraumes) ist der Begriff Basis
für zwei nicht parallele Vektoren bzw. drei nichtkomplanare Vektoren
definiert. In beiden Fällen sind die zwei bzw. drei Vektoren linear
unabhängig. Eine solche Basis stellt jeweils ein minimales Erzeugendensystem
für
dar. Das bedeutet auch: Minimalität eines Erzeugendensystems und
lineare Unabhängigkeit seiner Elemente entsprechen einander.
Anmerkung: Es werden hier nur Vektorräume
mit endlich vielen Basiselementen betrachtet (der Vektorraum aller Funktionen
von
in
hat
z.B. keine endliche Basis).
Da für Vektorräume mit einer endlichen Basis gezeigt werden
kann, dass alle Basen gleich viele Vektoren enthalten, wird die Anzahl
der Vektoren einer Basis die Dimension
des Vektorraumes genannt.
verschiedener
Unterraum des Vektorraumes V.
von U heißt genau dann eine Basis
von U, wenn die Vektoren
linear unabhängig sind.Im Folgenden werden wir einige Beispiele
für Basen und Unterräume angeben.

Die Menge
mit
heißt die natürliche Basis
des n-dimensionalen Vektorraumes
.
Je n linear unabhängige Vektoren des
bilden eine Basis von
.
Somit stellen die Spaltenvektoren einer regulären
A (und ebenso ihre Zeilenvektoren) eine Basis von
dar.
Als Standardmodell
für einen n-dimensionalen reellen Vektorraum (reell bezieht sich
dabei auf den Skalarbereich) finden sich auch die Vektorräume
mit ihrer natürlichen Basis
bzw.
wieder.
der zweireihigen Matrizen und Unterräume Betrachtet werden von den Vektorräumen
speziell der Vektorraum
der zweireihigen Matrizen und Unterräume davon.
Für
hat man also Matrizen vom Typ

wobei die Addition und auch die skalare Multiplikation elementweise auszuführen
sind.
Die Matrizen

bilden eine Basis von
(erzeugen
und sind linear unabhängig). Somit ist der Vektorraum
der zweireihigen Matrizen ein vierdimensionaler Vektorraum.
Es soll nun für Teilmengen von
erstens
geklärt werden, ob sie Unterräume sind, und zweitens,
gegebenenfalls durch Angabe einer Basis, die Dimension des Unterraumes
ermittelt werden.
Gegeben seien die folgenden Teilmengen:

Geprüft wird im Folgenden nach dem Unterraumkriterium.
Mit Elementen aus
gilt

d.h.,
ist ein Unterraum von
.
Mit Matrizen aus
gilt

(analog zur Vervielfachung mit einem
),
und folglich ist
kein Vektorraum und damit kein Unterraum vom
.
Zu Matrizen aus
ergibt sich:

(aus
folgt
),

(wegen
gilt
)
Insgesamt liegt mit
bezüglich
in
ein
Unterraum von
vor.
Der Unterraum
wird durch die linear unabhängigen Matrizen

erzeugt.
ist damit ein zweidimensionaler Vektorraum.
Für den Unterraum
genügt für die Erzeugung das Element
,
d.h., der Unterraum
der angegebenen speziellen zweireihigen Matrizen ist eindimensional.
der Polynome höchstens n-ten Grades Bevor wir uns mit einem Vektorraum
der Polynome höchstens n-ten Grades befassen, wird eine grundlegende
Eigenschaft der Polynome bereitgestellt.
Ein Polynom p mit

ist eindeutig durch seine Koeffizienten bestimmt.
Das heißt, aus der Gültigkeit der Gleichung

für alle
folgt:

Zum Beweis wird zunächst festgestellt,
dass aus (1) mit
sofort
folgt.
Wegen
ergibt sich für
:

Da x beliebig klein werden kann (also für x gegen 0), folgt aus (2)
auch
.
Der letzte Gedanke kann schrittweise bis
wiederholt werden.
Es wird nun im Vektorraum
der Polynome höchstens fünften Grades die Menge
U aller ungeraden Funktionen in
betrachtet:

Zum Beispiel ist p mit
eine solche ungerade Funktion aus U. Man rechnet nach, dass mit zwei Polynomen
auch
in U
liegt und mit
und
ebenso
ist; das Wesentliche dazu drücken die folgenden Zeilen aus:

Nach dem Unterraumkriterium ist somit U ein Unterraum von
.
Der oben besprochene Eindeutigkeitssatz für Polynome (Grundlage für
einen Koeffizientenvergleich) zeigt:
,
d.h.
die Koeffizienten für die Potenzen von x mit geradem Exponenten
sämtlich 0 sind:

Aus der gewonnenen Darstellung für U kann man nun mit den Polynomen
eine
Basis für U ablesen (
sind linear unabhängig, denn die Linearkombination zum "Nullpolynom"
, dem
Nullvektor in U, ergibt nach dem Koeffizientenvergleich die Behauptung).
Die Dimension des Unterraumes U von
ist damit 3. Die Dimension des Vektorraum
der Polynome höchsten fünften Grades selbst ist 6. Mit der Menge
werden
sechs Polynome
mit
beschrieben, die eine Basis von
bilden. Es ist hier schon einsichtig, dass die sechsdimensionalen reellen
Vektorräume
und
miteinander eng verwandt sind.