Mathematik Abitur
Baumdiagramme und Pfadregeln
Baumdiagramm zum Beispiel Baumdiagramm mit Wahrscheinlichkeiten zum Beispiel

Ein Baumdiagramm ist ein Hilfsmittel, um den möglichen Ablauf eines mehrstufigen Zufallsexperiments mit endlich vielen möglichen Ergebnissen in seiner komplexen Struktur besser erfassen, darstellen und analysieren zu können.
Dabei verzweigt sich ein stilisierter Baum auf jeder Stufe des Zufallsexperiments in Äste, die den möglichen Ergebnissen bzw. Ereignissen der entsprechenden Stufe des Zufallsexperiments entsprechen, wobei die Verzweigungsstelle mit den entsprechenden Ergebnissen bzw. Ereignissen beschriftet wird. Baumdiagramme werden häufig von links nach rechts, aber nicht selten auch von oben nach unten gezeichnet.

Wir betrachten dazu ein Beispiel:

Hierbei handelt es sich um ein dreistufiges Zufallsexperiment mit zwei möglichen Ergebnissen auf jeder Stufe. Dieses Zufallsexperiment kann durch das nebenstehende Baumdiagramm (s. auch Bild 1) veranschaulicht werden.

Das Beispiel zeigt, dass es Baumdiagramme geben kann, die sich bei einem Ergebnis in einer Stufe nicht mehr weiter verzweigen, d.h. bei denen es nach Erreichen dieses Ergebnisses (bzw. Ereignisses) zu keinem weiteren Teilvorgang kommt.
Das Beispiel verdeutlicht auch, dass jedem möglichen Ablauf des k-stufigen Zufallsexperiments ein Pfad des Baumdiagramms entspricht, der - allgemein gesagt - durch ein k-Tupel repräsentiert wird. Die Gesamtheit dieser k-Tupel bilden die zum jeweiligen Zufallsexperiment gehörende Ergebnismenge .
Zum Zufallsexperiment "Tischtennismatch zwischen Axel und Bernd" gehört die folgende Ergebnismenge:

Mit einem Baumdiagramm ist es auch möglich, auf relativ einfache Weise die Wahrscheinlichkeiten für atomare und zusammengesetzte Ereignisse eines mehrstufigen Zufallsexperiments zu berechnen. Hierzu beschriftet man die einzelnen Äste des Baumdiagramms mit den zugehörigen Wahrscheinlichkeiten. Dabei ist zu beachten, dass die sogenannte Verzweigungsregel eingehalten wird. Nach dieser Regel muss die Summe aller Wahrscheinlichkeiten an den Ästen, die von ein und demselben Verzweigungspunkt ausgehen, stets 1 betragen.

Nimmt man für das Beispiel "Tischtennismatch zwischen Axel und Bernd" an, dass die Satzgewinnwahrscheinlichkeit bei Axel 0,40 und bei Bernd 0,60 beträgt und dass sich bei Axel diese Satzgewinnwahrscheinlichkeit, nachdem er einen Satz gewonnen hat, um erhöht, während sie sich bei Bernd, nachdem er einen Satz gewonnen hat, um verringert (jeweils bezogen auf die Ausgangswerte 0,40 bzw. 0,60), so erhält man nebenstehendes Bild (s. auch Bild 2)

Für die Berechnung der oben genannten Wahrscheinlichkeiten gelten zwei Pfadregeln.

Für die atomaren Ereignisse des Beispiels "Tischtennismatch zwischen Axel und Bernd" erhält man somit folgende Wahrscheinlichkeiten:

Betrachtet man für das Beispiel "Tischtennismatch zwischen Axel und Bernd" das zusammengesetzte Ereignis so ergibt sich (s. linkes Baumdiagramm im unteren Bild):

Für das Ereignis erhält man (s. rechtes Baumdiagramm im nachstehenden Bild):


Verwandte Themen
© Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim und DUDEN PAETEC GmbH, Berlin. Alle Rechte vorbehalten. www.schuelerlexikon.de