






Das Computerprogramm Derive zählt zu den leistungstarken und auch zu den bedienungsfreundlichen Computeralgebrasystemen (CAS). (Bild 1)
Der Derive-Bildschirm besteht aus der Titelleiste, der Menüleiste, der Befehlsleiste, dem Arbeitsfenster, der Statusleiste, der Eingabezeile und den Symbolleisten für griechische Buchstaben und mathematische Sonderzeichen.

Die Bedienung erfolgt über
die Tastatur und über eine menügesteuerte Benutzeroberfläche:
Meist gibt man einen Term oder eine Gleichung über die Tastatur in
eine Eingabezeile ein und wendet einen Befehl
an, der in der Menüleiste oder der Befehlsleiste
ausgewählt und aktiviert wird.
Die Ausdrücke (Derive verwendet für alle Terme und Gleichungen
gleichermaßen den Begriff Ausdruck) eines
Arbeitsblattes werden zeilenweise nummeriert. Eingaben
erscheinen links auf dem Arbeitsblatt, Ergebnisse
werden standardmäßig zentriert dargestellt.
Beachte:
Bei Dezimalzahlen ist anstelle des Kommas immer ein Punkt einzugeben.
Für die Exponent-Schreibweise wird die ^-Taste verwendet; die Zeichen
für
findet man in der Symbolleiste für mathematische Sonderzeichen.
Standardmäßig arbeitet Derive im
exakten Rechenmodus. Zahlen werden als Dezimalzahlen,
gemeine Brüche oder durch entsprechende Symbole (z.B.
)
dargestellt. Wird als Ergebnis einer Rechnung ein Näherungswert
gewünscht, muss die Schaltfläche bzw. der Befehl Approximieren
gewählt werden.

Termumformungen
Anders als ein gewöhnlicher Taschenrechner kann ein CAS auch Terme
mit Variablen umformen und vereinfachen (symbolische Termumformungen).
Sollen Produkte ausmultipliziert oder Summen in Produkte umgeformt werden,
verwendet man Befehle Ausmultiplizieren bzw.
Faktorisieren des Menüs Vereinfachen.
Sollen Variable eines Terms durch konkrete Werte ersetzt werden, kann
die Schaltfläche Substitution oder der
entsprechende Befehl im Menü Vereinfachen
verwendet werden.

Beachte:
Insbesondere bei der Eingabe von Bruchtermen ist die Struktur des Terms
genauestens zu berücksichtigen. Dazu sind des Öfteren Klammern
zu setzen, auch wenn diese in der üblichen Schreibweise nicht vorhanden
sind. Lässt man eine solche Klammer weg, erhält der Term eine
andere Bedeutung. Die im Arbeitsfenster dargestellte Eingabe ist deshalb
eine gute Kontrolle, ob der Term richtig eingegeben wurde.

Lösen von Gleichungen (Bild 3)
Zum Lösen von Gleichungen
- auch mit mehreren Variablen - besitzt Derive
den SOLVE-Befehl. Nach Eingabe der
zu lösenden Gleichung wird die Schaltfläche Ausdruck
lösen betätigt. Im sich öffnenden Dialogfeld Lösungsvariablen
ist nun die Variable zu markieren, nach der aufgelöst werden soll.
Die Schaltfläche Lösen führt
den Befehl aus.
Differenziation und Integration von
Funktionen
Für die Differenziation
und Integration stellt Derive
im Menü Analysis leicht handhabbare Untermenüs
zur Verfügung.
Beispiel:
Zur Funktion f mit
ist eine Stammfunktion zu ermitteln. Außerdem
soll der Flächeninhalt unter dem Graphen der Funktion f im Intervall
[-1; 2] berechnet werden. (Bild 4)
Grafische Darstellung von Funktionen
Die grafische Darstellung
von Funktionen erfolgt im 2-D-Grafik-Fenster. Es wird mit der Schaltfläche
oder dem Befehl Fenster/Neues 2D-Graphik-Fenster
geöffnet. Für das weitere Arbeiten ist es praktisch, das Grafik-Fenster
und das Algebra-Fenster nebeneinander anzuordnen.
Beispiel:
Grafische Darstellung der Funktion
(Bild 5)
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-
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Die Funktionsgleichung wird über die Eingabezeile in das Algebra-Fenster eingetragen bzw. dort markiert. |
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-
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Bei Verwendung der Ausdruck zeichnen-Schaltfläche wird der Funktionsgraph sofort in ein Koordinatensystem gezeichnet. |
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-
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Die im Grafikfenster erzeugten und bearbeiteten grafischen Darstellungen können ausgedruckt, aber noch nicht gespeichert werden. Mithilfe des Befehls Einbetten im Menü Datei wird die Grafik in das Arbeitsblatt kopiert. Dieses Arbeitsblatt kann durch Texte ergänzt, ausgedruckt und auch gespeichert werden. |
Darstellen einer Kurvenschar
Die Kurvenschar der Funktionen
soll
für
gezeichnet werden.
Variante 1:
Für jeden Parameter k wird die zugehörige Funktionsgleichung
aufgestellt. Werden alle Gleichungen markiert, so erfolgt die Darstellung
der Funktionsgraphen in ein und demselben Koordinatensystem wie zu Bild
5 erläutert.
Variante 2:
Schneller lässt sich die Kurvenschar mit dem Vektor-Befehl aus dem
Analysis-Menü darstellen. Dieser Befehl erzeugt eine Liste mit Werten,
die als Koeffizienten eingesetzt werden.
(Siehe Bild 6.)
Zusätzlich kann auch noch eine Ortskurve - z.B. die der lokalen
Hochpunkte - eingezeichnet werden. Ist deren Gleichung nicht bekannt,
kann sie auch durch Experimentieren mit der vorzugebenden Gleichung ermittelt
werden.
3-D-Darstellungen
Mithilfe des 3-D-Grafikfensters können auch Funktionen mit zwei Variablen
grafisch dargestellt werden (3-D-Darstellung).
Da jede derartige Funktion eine Fläche im dreidimensionalen Raum
beschreibt, können insbesondere auch Ebenengleichungen (in Koordinatenschreibweise)
veranschaulicht werden.
Als erstes trägt man die zu veranschaulichende(n) Gleichung(en) in das Algebrafenster ein und markiert sie. Dann wird über die Menü- oder Befehlsleiste das 3-D-Grafikfenster geöffnet. Über den Zeichnen-Befehl erfolgt sofort die Darstellung der Ebenen.
Bild 7 zeigt die Ebenen mit den folgenden Gleichungen:

Experimentieren mit Zufallszahlen
(Bild 8)
Mithilfe eines integrierten Zufallszahlengenerators und des Befehls RANDOM(n)
erzeugt Derive für
ganzzahlige Zufallszahlen
von
.
So erhält man beispielsweise mit RANDOM(2)
Zufallszahlen 0 oder 1 und mit RANDOM(6)
.
Das Werfen einer Münze (mit 1 für Zahl
und 0 für Wappen) kann demzufolge durch
RANDOM(2) und das Werfen eines Würfels
durch
simuliert werden.
Anstelle die Random-Funktion 50-mal (oder öfter) nacheinander ausführen zu müssen, kann wieder die Vektorfunktion verwendet werden. Der VEKTOR-Befehl aktiviert den Zufallsgenerator mehrfach und stellt die Zufallszahlen als Liste dar. Auf diese Art können sehr schnell 100, 1000 oder mehr Würfe simuliert werden.
Die Aufgabenstellung Simuliere 30 Würfe mit einem Würfel und ermittle die relative Häufigkeit für das Auftreten einer "6" kann mit folgenden Arbeitsschritten gelöst werden (Bild 8):
| 1. | Man öffnet ein neues Arbeitsblatt und erzeugt
eine Liste mit den Ergebnissen von 30 Würfen mit einem Würfel.
Dazu tippt man folgenden Befehl in die Eingabezeile und führt
den Befehl aus: VECTOR(1+RANDOM(6),i,1,30) |
![]() |
| 2. | Soll der Versuch mehrfach durchgeführt werden,
ist es sinnvoll, eine spezielle Funktion würfe
zu definieren. Den dazu erforderlichen Zuordnungsoperator
erhält man mithilfe der Tasten. Man definiert würfe durch folgende Eingabe: ![]() Man simuliert jetzt noch einmal 30 Würfe. Dazu gibt man ein: würfe(30) |
![]() |
| 3. | Um zu ermitteln, wie oft die 6 "gewürfelt"
wurde, kann man den SELECT-Befehl für
auf Zeile
anwenden: ![]() Hinweis: Es werden alle in Zeile "gewürfelten" Sechsen angezeigt. |
![]() |
| 4. | Gezählt und angegeben wird die Anzahl der in Zeile
"gewürfelten" Sechsen mit dem DIM-Befehl:
|
![]() |
| 5. | Als Letztes soll die relative Häufigkeit der geworfenen
Sechsen berechnet werden. Dazu muss die Gleichung
angewandt werden. Für das hier demonstrierte Beispiel lautet die Eingabe: ![]() Hinweis: Hier sollte mit abgeschlossen
werden. |
![]() |
| Jetzt können die Arbeitsschritte 2
bis 5 für eine andere Anzahl von Würfen und auch für
eine andere zu würfelnde Zahl wiederholt werden. |
||