


Wird ein BERNOULLI-Experiment
n-mal durchgeführt, ohne dass sich die Erfolgswahrscheinlichkeit p
ändert, so ist die zufällige Anzahl der Erfolge eine Zufallsgröße
X, die die
Werte
annehmen kann.
Nach der BERNOULLI-Formel
gilt dann:

Werte mit den Wahrscheinlichkeiten
für
annimmt, heißt binomialverteilt mit
den Parametern n und p oder auch kurz
.
Als abkürzende Schreibweise verwendet
man
.
Anstelle von
werden auch (in Anlehnung an die Wahrscheinlichkeitsfunktion als Stammfunktion
ihrer Dichtefunktion bei stetigen Zufallsgrößen) die Bezeichnungen
oder
die weniger genaue Schreibweise
verwendet.
Die Binomialverteilung ist die Wahrscheinlichkeitsverteilung
des Urnenmodells "Ziehen mit Zurücklegen": Einer
Urne mit genau N Kugeln (M weißen, N – M
roten) werden nacheinander genau n Kugeln "auf gut Glück"
und mit Zurücklegen entnommen.
Bezeichnet X die zufällige Anzahl der herausgegriffenen weißen
Kugeln, so ist
mit
.
Auf der Basis dieses Urnenmodells findet die Binomialverteilung breite
Anwendung in der statistischen Qualitätskontrolle.
Eine Veranschaulichung der Binomialverteilung ist grafisch mithilfe eines
Histogramms
(Bild 1) und experimentell mithilfe eines GALTON-Brettes
möglich. Binomialwahrscheinlichkeiten können mittels eines Taschenrechners
(bzw. Computers) oder mit einem geeigneten Tafelwerk berechnet werden.
In vielen Tafelwerken findet man
für bestimmte Parameter n und p.
Unter der Annahme, dass die zehn Chips rein zufällig entnommen
wurden, kann der obige Vorgang durch das folgende Urnenmodell
beschrieben werden:
Einer Urne mit genau 100 Kugeln (87 weißen und 13 roten) werden
nacheinander "auf gut Glück" und mit Zurücklegen genau
zehn Kugeln entnommen.
Bezeichnet X die zufällige Anzahl der intakten Chips unter den zehn
entnommenen, so ist
.
Die
Aufgabe kann interaktiv mit der Funktion Für |
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Anregung: Die Funktion
gestattet es, die Wahrscheinlichkeit für beliebige Werte einer binomialverteilten
Zufallsgröße zu berechnen. Auf diese Weise können auch
die in der Aufgabenstellung des Beispiels vorgegebenen Werte interaktiv
verändert werden (Bild 3 und interaktives Beispiel 2).
Grafisch lassen sich die im Beispiel gewonnenen Ergebnisse mit einem Histogramm
veranschaulichen. Dazu trägt man in einem Koordinatensystem auf dessen
Abszissenachse die Werte
und auf der Ordinatenachse die Wahrscheinlichkeiten
ab.
Genutzt werden kann aber auch das Programm
mit den Werten
und (Bild
4). |
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Interaktives Erkunden des Verlaufs
der Binomialverteilung
Sowohl das interaktive Beispiel 3 als auch das Programm
gestattet es, interaktiv weitere Einsichten zum Verlauf der Binomialverteilung
zu gewinnen. Wenn man z.B. in
für n einen bestimmten konstanten Wert eingibt und die Histogramme
für verschiedene Werte von p miteinander vergleicht, kann man u.a.
zu folgenden Ergebnissen gelangen:
.
ab
und für
wieder zu. Das Histogramm "zerfließt" am stärksten
für
.
ist axialsymmetrisch, und zwar zur Geraden mit der Gleichung
.
Je mehr p von 0,5 anweicht, desto asymmetrischer wird das Histogramm.
ist das Spiegelbild von
bezüglich der Spiegelgeraden mit der Gleichung
. Wenn man die von
erzeugten Histogramme für konstantes p und variables n miteinander
vergleicht, kann man u.a. zu folgenden Ergebnissen gelangen:
ganzzahlig ist) besitzen zwei nebeneinander liegende maximal hohe Rechtecke,
und zwar für
und für 