Mathematik Abitur
Der Begriff des Vektorraumes

In den mathematischen Arbeitsgebieten und in vielen Anwendungsfeldern trifft man auf Größen, die man ähnlich wie Vektoren im Anschauungsraum addieren und mit einem Zahlenfaktor multiplizieren kann. Man beobachtet auch, dass dieselben grundlegenden Rechengesetze gelten.
Zwecks einheitlicher Untersuchung der sich daraus ergebenden Konsequenzen wurde der Begriff des (abstrakten) Vektorraumes eingeführt und eine weit verzweigte allgemeine Vektorraumtheorie aufgebaut.

Von den Vektorräumen der Verschiebungen der Ebene bzw. des Raumes verbunden mit Addition und skalarer Vervielfachung hat man eine anschauliche Vorstellung.
Beschreibt man beispielsweise Vektoren einer Ebene durch Spaltenvektoren und damit bezüglich eines Koordinatensystems, so gilt:

Die Addition und skalare Vervielfachung der Spaltenvektoren erfolgt koordinatenweise.

Weitere Beispiele für Vektorräume sind:

Beachtet man in diesen konkreten Fällen, also bei obigen Modellen von Vektorräumen, auf welche Art und Weise die Addition und die skalare Vervielfachung ausgeführt wird, so erfolgt der Gültigkeitsnachweis für die Vektorraumaxiome im Wesentlichen auf der Grundlage von Rechengesetzen in .

Erste Folgerungen zum Begriff des Vektorraumes ergeben sich als Ableitungen aus den Vektorraumaxiomen (1) bis (8).
So kann gezeigt werden, dass das Nullelement , der Nullvektor , eindeutig bestimmt ist (vgl. Axiom (3)).
Weiterhin ist zu jedem Vektor auch als entgegengesetzter Vektor eindeutig bestimmt (vgl. Axiom (4)).

Bezüglich der Umkehrbarkeit der Addition in einem Vektorraum gilt:

Beweis (der Existenz und Eindeutigkeit):
Für gilt nach den Axiomen (1), (2) und (3) der obigen Definition des Vektorraumes:

Aus folgt und weiter nach Addition mit von links
Die Anwendung des Assoziativgesetzes und der Gleichung ergibt schließlich , wobei die Eigenschaften (1) bis (4) der Vektorraumdefinition eingehen (w.z.b.w.).

Für den zu entgegengesetzten Vektor gilt:

Für den Nachweis geht man von aus und nutzt schließlich die Eindeutigkeitsaussage des oben bewiesenen Satzes.

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