Mathematik Abitur
Die barometrische Höhenformel
Blaise PASCAL (1623 bis 1663)

Der Druck der uns umgebenden Luft wird durch das Gewicht der Erdatmosphäre verursacht. Wenn das richtig ist, muss der Luftdruck mit zunehmender Höhe fallen. Das hat der französische Naturforscher BLAISE PASCAL (1623 bis 1663, Bild 1) im Jahre 1648 durch vorbildliche Messungen überzeugend nachgewiesen.
Da Gase im Unterschied zu Flüssigkeiten kompressibel sind, nimmt der Druck beim Aufsteigen vom Grund der Atmosphäre nicht linear ab.
Um den Druckverlauf p(h) zu berechnen, muss man einige vereinfachende Annahmen machen:
Wir nehmen an, dass die Lufthülle der Erde überall die gleiche Zusammensetzung hat, was annähernd stimmt und dass die Temperatur sich mit zunehmender Höhe nicht ändert, was nie stimmt (die Temperatur sinkt um etwa 6,5 K je km Höhenzunahme). Ohne diese Vereinfachungen ist aber die folgende Rechnung nicht möglich.

Der Beitrag einer Luftschicht mit der Dicke dh und der Dichte zum Gewicht der Luft über der Fläche A ist die Druckänderung also


Wir schreiben das mit negativem Vorzeichen, weil beim Fortschreiten nach oben (dh positiv) der Druck abnimmt (dp negativ).
Außer dem Druck nimmt auch die Luftdichte nach oben ab. Es gilt bei konstanter Temperatur das Gesetz von BOYLE und MARIOTTE dabei sind Dichte und Luftdruck am Boden (h = 0).
Einsetzen von ergibt

Diese Differenzialgleichung wird durch Trennen der Variablen (p und h) und Integration auf beiden Seiten gelöst. Man erhält:

Die Integrationskonstante C bestimmen wir aus der Randbedingung:
Für woraus sich ergibt.
Für die barometrische Höhenformel folgt dann:

Der Luftdruck nimmt also exponentiell ab; streng genommen ist die Erdatmosphäre in keiner Höhe zu Ende.
Misst man den Luftdruck am Erdboden und in einer beliebigen Höhe, dann lässt sich daraus die Höhe bestimmen. Das ist ein beliebter Praktikumsversuch für Studenten. Auf diesem Prinzip beruht auch die Höhenmessung von Flugzeugen.

Für genauere Ansprüche genügt diese Gleichung wegen der vorgenommenen Vereinfachungen nicht. Man legt dann eine Normalatmosphäre zugrunde, die nach der empirisch ermittelten Gleichung

verläuft.

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