Mathematik Abitur
Differenzialgleichungen zur Beschreibung von Federschwingungen
FederschwingerLösung des Anfangswertproblems einer gedämpften Schwingung

Ein Körper, der an einer Feder befestigt ist, führt nach einer Auslenkung eine Schwingung durch (Bild 1). Der Ort des Körpers wird durch die zeitabhängige Ortskoordinate y(t) beschrieben, deren Gleichung gefunden werden soll.


Auf den Körper wirken folgende Kräfte:
- die Trägheitskraft:
- die geschwindigkeitsproportionale Reibungskraft:

- die rücktreibende Federkraft (hookesches Gesetz):

Die Summe der betrachteten Kräfte ist gleich der von außen wirkenden Kraft, hier also 0. Es gilt demzufolge:



Dividiert man diese Differenzialgleichung 2. Ordnung durch m, so ergibt sich

Diese Gleichung entspricht mit den Zuordnungen der Gleichung . Gleichung wird mit dem Lösungsansatz gelöst. Es gilt Durch Einsetzen in die Differenzialgleichung erhält man und daraus nach Division durch die charakteristische Gleichung mit den Lösungen

Ist der Reibungskoeffizient zwar nicht vernachlässigbar, aber dennoch hinreichend klein, so überwiegt im Radikand der Wurzel der Anteil der Radikand wird negativ. Wegen (s. o.) ergibt sich als allgemeine Lösung Da als Dämpfungskonstante bezeichnet wird, heißt die Lösung schließlich Diese Gleichung besagt, dass die Federanordnung in eine gedämpfte Schwingung gebracht werden kann.

Beispiel
Es soll nun eine Federanordnung mit betrachtet werden.

Hier gilt    

Die Schwingungsgleichung für diese Federanordnung lautet:

Wird die Masse aus der Ruhelage heraus mit einer Geschwindigkeit von in die positive y-Richtung weggestoßen so lassen sich die Parameter der allgemeinen Lösung bestimmen:

in die allgemeine Lösung einsetzen:

Erste Ableitung der Lösung:

Die Lösung des Anfangswertproblems lautet:

(Bild 2)

Nachdem eine gedämpfte Schwingung untersucht wurde, soll nun für die gleiche Federanordnung geklärt werden,

Im ersten Fall gilt und damit auch Aus diesen Werten errechnet sich die Kreisfrequenz und damit ergibt sich für die allgemeine Lösung der Schwingungsgleichung

Unter den bereits betrachteten Anfangsbedingungen ergibt sich die ungedämpfte Schwingung (vgl. Graph 1 in nebenstehender Abbildung). Die Frequenz der Schwingung ist hier etwas höher als bei der gedämpften Schwingung (vgl. Bild 1 und Graph 2 in nebenstehender Abbiödung).

Die Federanordnung kann nicht mehr schwingen, wenn die Reibung und damit der Wert für mindestens so groß geworden ist, dass die charakteristische Gleichung eine reelle Doppellösung besitzt.
In diesem Falle gilt
Für die betrachtete Federanordnung liegt dieser Grenzwert bei . Als allgemeine Lösung erhält man dann Werden auch hier die bekannten Anfangsbedingungen benutzt, so erhält man (vgl. Graph 3 in oberer Abbildung).

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