
beträgt
0,5.
stabil wird. Beispiel
Durchgeführt werden n unabhängige Simulationen des Werfens einer
gezinkten Münze, wobei angenommen wird, dass die gewählte "Zinkung"
(infolge ihres internen Auswürfelns durch einen Zufallsgenerator)
nicht bekannt sei. Dazu kann man z.B. das Programm sigezm(n,m,x)
verwenden (s. Bild 2).
Die graphische Darstellung der relativen Häufigkeiten
in Abhängigkeit von n ergibt dann folgendes Bild:

Führt man das Experiment mehrmals (sowohl mit der gleichen Anzahl
n von Realisierungen als auch mit einer wachsenden Anzahl n von Realisierungen)
interaktiv durch, so kann man folgende Beobachtungen machen:
nicht bei allen Versuchsserien mit derselben Münze denselben Wert
an, d.h., die relativen Häufigkeiten
hängen nicht nur von W und n ab.Diese Erfahrungen finden ihre mathematische Fassung als empirisches Gesetz der großen Zahlen, welches JAKOB BERNOULLI (1655 bis 1705, Bild 1) als "theorema aureum" (goldenen Satz) bezeichnet hat. Es lautet folgendermaßen:
.
Bisher wurde der Begriff des Stabilwerdens relativer Häufigkeiten
nur anschaulich umschrieben. Eine Möglichkeit, ihn mathematisch exakt
zu fassen, ergibt sich, wenn man die relative Häufigkeit
selbst als Zufallsgröße
auffasst.
Für das Stabilwerden
relativer Häufigkeiten wäre dann zu fordern, dass der Erwartungswert
der Zufallsgröße
die betreffende Wahrscheinlichkeit
ist und dass für große n die Streuung
der Zufallsgröße
null wird.
Dies lässt sich tatsächlich nachweisen. Dazu stellen wir die
folgenden Überlegungen an:
modelliert werden.
aufgefasst werden. Somit lässt sich die relative Häufigkeit
als
Zufallsgröße
interpretieren.
und der Streuung
.
Daraus ergibt sich:

Damit erhält das empirische Gesetz der großen Zahlen eine theoretische (auf dem kolmogorowschen Axiomensystem basierende) Interpretation und Rechtfertigung.
Es reicht aber nicht zu wissen, dass die relativen Häufigkeiten
für
große n nicht mehr um die unbekannte Wahrscheinlichkeit
streuen. Zu klären bleibt, wie groß n gewählt werden muss,
damit man mit "ruhigem Gewissen"
als Näherungswert für die gesuchte Wahrscheinlichkeit benutzen
kann. Mathematisch gesprochen heißt das:
Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Abweichung der relativen Häufigkeit
von
der unbekannten Wahrscheinlichkeit
kleiner als ein beliebiges
sei, möge sehr groß sein.
Das heißt:

Die tschebyschewsche
Ungleichung gestattet die Herleitung folgenden Zusammenhangs zwischen
den Größen
:

(Diese Beziehung ist unabhängig von dem hier betrachteten Ereignis
W; sie gilt für beliebige Ereignisse A.)
Wir betrachten als Beispiel
:
![]() |
0,5
|
0,1
|
0,01
|
0,001
|
|
n
|
2
|
26
|
2526
|
252526
|
Hiermit kann man dasjenige n bestimmen, welches das eigene Gewissen bei
der Bestimmung der Wahrscheinlichkeit für das Ereignis "Wappen
fällt" beim "Werfen" einer gezinkten (Taschenrechner-)Münze
beruhigt (s. Bild 3 und interaktives Beispiel).