Die Menge aller
Ereignisse, d.h. aller Teilmengen einer endlichen oder abzählbar unendlichen
Ergebnismenge
,
nennt man Ereignisraum und
bezeichnet sie mit
(bzw. in Anlehnung an den Begriff Potenzmenge) mit
.
Anmerkung: Der Begriff Ereignisraum
wird statt des näher liegenden Begriffs Ereignismenge
verwendet, weil im Ereignisraum noch (die Mengen-)Operationen Durchschnitt
und Vereinigung
zwischen
seinen (als Mengen definierten) Ereignissen erklärt sind. In Analogie
dazu sind die Begriffe Vektorraum und Zahlenbereich
mit den Operationen Addition, Multiplikation usw. statt der Begriffe Vektormenge
und Zahlenmenge gebräuchlich.
Die folgende Übersicht enthält die Definitionen der wichtigsten
Verknüpfungen zwischen zwei Ereignissen.
Enthält die Ergebnismenge
weder nur endlich viele (z.B.
beim Würfeln) noch höchstens abzählbar
viele Ergebnisse (z.B.
beim Warten auf die erste Sechs beim Würfeln), sondern überabzählbar
viele Ergebnisse (z.B.
beim Warten auf die im 10-min-Takt fahrende Straßenbahn), so lässt
sich auf
,
d.h. auf der Menge aller Teilmengen von
,
keine Wahrscheinlichkeitsverteilung im Sinne des kolmogorowschen Axiomensystems
definieren.
Der Ereignisraum muss also in diesem Fall beschränkt werden auf eine
echte Teilmenge von
,
auf die Menge aller der Teilmengen, denen man ein Wahrscheinlichkeitsverteilung
zuordnen kann. Beispielsweise könnte man für
die Menge aller Teilintervalle von
wählen.
In der Praxis hat es sich als günstig und richtig erwiesen von einer derartigen Menge von Ereignissen eines zufälligen Vorgangs, denen man eine Wahrscheinlichkeit zuordnen möchte, zu fordern, dass sie die folgenden Bedingungen einer Ereignisalgebra E erfüllt:
,
sowie
. Für endliche Ergebnismengen
ist
nicht die einzige Ereignisalgebra über
,
d.h., mit der Wahl der Ereignisalgebra legt man sich fest, wie der betreffende
zufällige Vorgang beschrieben werden soll.
Beispiel: Es sei
.
Dann ist:

Eine Ereignisalgebra E, versehen mit einer Wahrscheinlichkeitsverteilung
P, die den drei kolmogorowschen Axiomen
genügt, nennt man Wahrscheinlichkeitsalgebra
.