FRIEDRICH LUDWIG GOTTLOB FREGE wurde am 8. November (in einigen Quellen findet sich als Geburtsdatum auch der 9. November) 1848 im mecklenburgischen Wismar geboren. Er studierte ab 1869 in Jena und ab 1871 in Göttingen Mathematik, Physik und Chemie. 1873 promovierte FREGE auf dem Gebiet der Geometrie an der Universität Göttingen, 1874 habilitierte er in Jena, wo er bis 1918 als Privatdozent bzw. als ordentlicher Honorarprofessor tätig war.
GOTTLOB FREGE war maßgeblich an der Schaffung von Grundlagen der
Logik beteiligt. Er knüpfte dabei an Ideen des englischen Mathematikers
GEORGE BOOLE (1815 bis 1864) an. So versuchte er im ersten Band seines
Werk "Grundgesetze der Arithmetik" (1893), den gesamten Inhalt
der Mathematik auf die formale
Logik zurückzuführen. Seine Arbeiten übten einen großen
Einfluss auf das Schaffen des italienischen Mathematikers GIUSEPPE PEANO
(1858 bis 1932) und des britischen Mathematikers und Philosophen BERTRAND
RUSSELL (1872 bis 1970) aus.
Im Jahre 1902 (als der zweite Band der "Grundgesetze der Arithmetik"
im Druck war) machte RUSSELL (an einem Brief an FREGE) auf die von ihm
gefundene Antinomie aufmerksam. Diese russellsche
Antinomie der Menge aller Mengen, die sich nicht selbst Element enthalten,
stand im Widerspruch zu dessen Axiomen. FREGE versuchte daraufhin eine
Neubestimmung des Zahlbegriffs – zum einen durch Rückgriff auf die
konstruktive Vorgehensweise der Geometrie und zum anderen durch Vertiefung
der sogenannten Prädikatenlogik.
Nach seiner Emeritierung übersiedelte GOTTLOB FREGE nach Bad Kleinen, wo er am 26. Juli 1925 im Alter von 76 Jahren verstarb.