Funktionenscharen (Verschiebung, Streckung, Stauchung und Spiegelung von Funktionsgraphen)
Parameter können
in additiver und multiplikativer Verknüpfung mit Funktionstermen bzw.
mit der Funktionsvariablen auftreten. Aus einer Funktionsgleichung

entstehen so z.B. die Gleichungen

,

,

oder

.
Es soll nun untersucht werden, welchen Einfluss - im Vergleich zum
Graphen der Ausgangsfunktion

-
ein derartiger Summand bzw. Faktor auf die Eigenschaften und auf den Verlauf
der Graphen der zugehörigen Funktion nimmt.
Fall 1: 
Als Beispiel betrachten wir die Funktion f mit der Gleichung

und untersuchen die Graphen folgender Funktionen (Bild 1):
Verallgemeinernd lässt sich feststellen:
- Wird zu jedem Funktionswert
einer Funktion f eine Zahl c
addiert, d.h., gehen wir von der Funktion
zu den Funktionen
über, so erhalten wir die Graphen dieser Funktionen durch Verschiebung
des Graphen der Funktion f in Richtung der y-Achse um
Einheiten, und zwar für
in Richtung des positiven Teils, für
in Richtung des negativen Teils der y-Achse.
Durch Variation von c entsteht eine durch die Gleichung

beschriebene
Funktionenschar

-
die Graphen dieser Funktionen bilden eine
Graphenschar.
Der Summand c wird
Scharparameter
genannt.
Fall 2: 
Wir betrachten wieder die Funktion f mit der Gleichung

und untersuchen jetzt die Graphen folgender Funktionen:
Ausgehend von diesem Beispiel lässt sich feststellen:
- Addiert man zu jedem Argument x einer Funktion f eine Zahl d
,
d.h., gehen wir von der Funktion
zu den Funktionen
über, so ergeben sich die Graphen dieser Funktionen aus dem Graphen
der ursprünglichen Funktion f durch Verschiebung in Richtung der
x-Achse um
Einheiten, und zwar für
in Richtung des negativen Teils, für
in Richtung des positiven Teils der x-Achse.
Auch in diesem Fall entsteht eine Funktionenschar

,
hier mit dem Scharparameter d.
Fall 3: 
;

Die Funktion f habe wiederum die Gleichung

.
Wir untersuchen die Graphen folgender Funktionen (Bild 3):
Hier lässt sich erkennen:
- Die Graphenscharen der jeweiligen Funktionenscharen entstehen in diesem
Fall aus dem Graphen der Ausgangsfunktion durch Geradenstreckung.
Bei
erfolgt diese Streckung senkrecht zur x-Achse mit dem Faktor
;
bei
ergibt sich eine Streckung senkrecht zur y-Achse mit dem Faktor
.
Wählt man in

den Parameter

,
so geht der Graph aus dem von f durch Spiegelung an der x-Achse hervor.
Die Wahl von

in

bewirkt
eine Spiegelung des Graphen von f an der y-Achse.
Durch unterschiedliches Einfügen der Parameter
in die Ausgangsgleichung, durch Kombination der einzelnen Möglichkeiten
und natürlich durch die Parameterwahl lassen sich aus einer Ausgangsfunktion
unendlich viele "neue" Funktionen erzeugen (interaktives Rechenbeispiel).
Sind dabei die oben erläuterten geometrischen Zusammenhänge bekannt,
so kann man die Graphen von Funktionen einer Funktionenschar ausgehend von
einem Scharelement häufig relativ leicht zeichnen. Auch ist es möglich,
bestimmte Eigenschaften der Funktionenschar mithilfe des Scharparameters
auszudrücken.
Beispielsweise kann man für die Funktionenschar
die Nullstellen in der Form

angeben.