

Zwei kleine, handschriftlich verbreitete Schriften über die Konstruktion
einer hydrostatischen Waage und über
den Schwerpunkt fester Körper
machten GALILEI so bekannt, dass er im Jahre 1589 mit 25 Jahren an der
Universität Pisa zum Professor für Mathematik berufen wurde.
Als 1591 sein Vater starb und damit die Sorge für den materiellen
Unterhalt seiner Familie auf ihn als den ältesten Sohn überging,
war er gezwungen, sich nach einer besser bezahlten Stellung umzusehen.
Durch entsprechende Fürsprache gelang 1592 die Berufung zum Professor
für Mathematik an der Universität Padua in der Republik Venedig.
Diese Universität war damals eine der berühmtesten Bildungsstätten
Europas.
GALILEI hielt hier Vorlesungen über Geometrie, Mechanik und Astronomie.
Daneben unterrichtete er Privatschüler in praktischer Mechanik, Festungsbau,
Ballistik und weiteren militärtechnischen Fächern. Die anregende
Atmosphäre in Padua und in dem benachbarten Venedig mit seinen Werften
und dem damals berühmten Arsenal hat ihm viele Anstöße
zu technischen und wissenschaftlichen Arbeiten gegeben. So konstruierte
er in dieser Zeit u.a. einen Apparat zum Wasserheben mithilfe tierischer
Kraft und einen Proportionalzirkel
(Bild 2), mit dem auf mechanischem Wege bestimmte geometrische und arithmetische
Aufgaben gelöst werden können.
GALILEI leitete die Formel für das Volumen einer Kugel her, indem er von einem Körper ausging, der die gleiche Höhe und den gleichen Querschnitt wie eine Halbkugel hat. Ein solcher Körper entsteht, wenn man aus einem Kreiszylinder einen Kreiskegel mit gleicher Grundfläche und gleicher Höhe herausschneidet (Bild 3).
Im Frühjahr 1611 reiste GALILEI nach Rom, wo er mit seinen Vorträgen
und astronomischen Demonstrationen auch bei den Mathematikern und Astronomen
des Collegium Romanum, der zentralen wissenschaftlichen
Instanz des Jesuitenordens, großen Erfolg hatte. Man bestätigte
die von ihm beschriebenen Erscheinungen. Der Zusammenhang mit der kopernikanischen
Lehre wurde dabei allerdings nicht berührt.
Aufgrund seines gesamten wissenschaftlichen Werkes wurde GALILEI als Mitglied
in die Accademia dei Lincei (Akademie der Luchse)
zu Rom, die wenige Jahre zuvor gegründete und bedeutendste wissenschaftliche
Vereinigung seines Landes, aufgenommen.
Am 8. Januar 1642 starb GALILEI, nachdem er schon einige Jahre erblindet
war. An seinem Lager standen seine Schüler VINCENZO VIVIANI (1622
bis 1703), der auch sein erster Biograf war, und EVANGELISTA TORRICELLI
(1608 bis 1647), der sein Nachfolger am Hofe von Florenz wurde. Eine Bestattung
in der Familiengruft wurde GALILEI verweigert. Erst 1737, fast hundert
Jahre nach seinem Tode, wurden seine sterblichen Überreste in ein
Mausoleum umgebettet.