

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) betreibt bundesweit etwa 480 Klimastationen. Die Betreuer dieser nebenamtlichen Wetterstationen haben vielfältige Aufgaben. Registriert werden z.B. Windstärke, Windrichtung, relative Luftfeuchtigkeit, Sichtweite, Bewölkung u.a.m. Mehrmals täglich wird die Temperatur gemessen. Ein sogenannter Thermograf zeichnet die Temperaturkurve auf. Jeder Uhrzeit wird dabei eine ganz bestimmte Temperatur zugeordnet. Solche Zuordnungen zwischen zwei Größen, die den funktionalen Zusammenhang zwischen diesen beschreiben, werden als Funktionen bezeichnet.
In der Mathematik versteht man unter einer Funktion
f eine eindeutige Zuordnung. Dabei wird jedem
genau ein
zugeordnet. Dabei ist
der Definitionsbereich (die Definitionsmenge) und
der Wertebereich (die Wertemenge) der Funktion f.
In der Analysis beschäftigt man sich ausschließlich mit Funktionen,
bei denen Definitions- und Wertebereich Mengen reeller Zahlen sind. In
diesem Zusammenhang spricht man von reellen
Funktionen.
Die reellen Funktionen lassen sich in bestimmte Funktionsarten einteilen.
Je nachdem, ob bei der Verknüpfung der Funktionsvariablen nur rationale
Rechenoperationen (also die bekannten Grundrechenoperationen) oder darüber
hinaus noch weitere Rechenoperationen vorkommen, unterscheidet man rationale
Funktionen und nichtrationale Funktionen. Die rationalen Funktionen
werden nochmals in ganzrationale und gebrochenrationale Funktionen unterteilt.
Zur Erklärung des Begriffs ganzrationale Funktion
benötigt man den Polynombegriff. Polynome
entstehen, wenn Terme der Form
addiert oder subtrahiert werden. Polynome werden in der Regel nach der
höchsten Potenz von x, dem Grad des Polynoms, geordnet und benannt.
Die
heißen Koeffizienten des Polynoms
und sind stets reelle Zahlen.

,
so hat f den Grad n.Wir betrachten im Folgenden einige Beispiele ganzrationaler Funktionen:
ist eine konstante Funktion.
,
ihr Grad ist 0.
ist eine lineare Funktion.
.
ist eine quadratische
Funktion.
.
ist eine kubische Funktion.
.
ist eine ganzrationale Funktion 4. Grades mit
.
ist wegen
eine lineare Funktion.
ist keine ganzrationale Funktion, da man den Funktionsterm nicht auf die
Form
bringen kann.Verhalten ganzrationaler Funktionen
für betragsmäßig große Werte von x
Es soll untersucht werden, wie sich ganzrationale Funktionen für
betragsmäßig große (d.h. sehr kleine bzw. sehr große)
x verhalten.
Als Beispiel für dieses zu untersuchende Verhalten
im Unendlichen (Rechenbeispiel 2) betrachten wir die kubische Funktion
f mit
.
Für diese ergeben sich beispielsweise die folgenden Funktionswerte:

Das führt zur Vermutung, dass die Funktionswerte von f für sehr
große und sehr kleine x-Werte mit denen von
übereinstimmen.
Das lässt sich relativ einfach bestätigen. Durch Umformen des
Funktionsterms (Ausklammern der größten Potenz von x) erhält
man die folgende Darstellung:

Die beiden Summanden
nähern sich für betragsmäßig große x immer
mehr dem Wert Null. Damit gilt in der Tat
.
Unsere Überlegungen lassen sich auf alle ganzrationalen Funktionen
übertragen, denn es ist:

Für betragsmäßig große Werte für x unterscheidet
sich die Summe in der Klammer nur sehr wenig von
an, so dass
ist.
Das Verhalten einer ganzrationalen Funktion vom Grade n wird für
betragsmäßig große Werte für x vom Produkt
bestimmt.
In Bild 2 ist das mögliche Verhalten ganzrationaler Funktionen für
gekennzeichnet.