Mathematik Abitur
Gaußsches Eliminierungsverfahren (Gauß-Algorithmus)
Carl Friedrich Gauß (1777 bis 1855; nicaraguanische Briefmarke aus dem Jahre 1994)

Das auf CARL FRIEDRICH GAUSS (1777 bis 1855, Bild 1) zurückgehende Verfahren beruht auf dem Additions- bzw. Subtraktionsverfahren (Verfahren der gleichen Koeffizienten).
Die Lösungsstrategie besteht in der äquivalenten Umformung des gegebenen Gleichungssystems mit mehreren Variablen (Unbekannten) in eine Gleichung mit nur einer Unbekannten.

Unter einer äquivalenten Umformung versteht man jede Umformung, welche die Lösungsmenge des Gleichungssystems nicht verändert. Für äquivalente Umformungen gelten die folgenden Regeln:

Im Folgenden wird das gaußsche Eliminierungsverfahren am Beispiel eines linearen Gleichungssystems mit drei Gleichungen und drei Variablen demonstriert.

Vertauschen der Gleichungen (I) und (II) ergibt:



Die Gleichung ist die Eliminationszeile und bleibt in den weiteren Umformungen unverändert.
Diese im Folgenden mit (E) bezeichnete Gleichung wird nun mit einem Faktor multipliziert, der sich als negativer Quotient der Koeffizienten der zu eliminierenden Variablen der Gleichungen mit der Gleichung (E) ergibt (in diesem Beispiel ist ):


Damit ist die Unbekannte eliminiert, denn es ergibt sich:



Jetzt wird zur Eliminationszeile und der Vorgang wird wiederholt. Die Gleichung wird mit dem Faktor multipliziert und zu addiert:



Man erhält ein neues Gleichungssystem, dessen dritte Gleichung eine Gleichung mit nur noch einer Variablen ist:



Hieraus wird errechnet. Einsetzen in liefert , Einsetzen in (E) .
Probe durch Einsetzen der Lösungen in alle Gleichungen (Ausgangsform):

Das am obigen Beispiel demonstrierte Verfahren lässt sich auf lineare Gleichungssysteme von n Gleichungen mit n Variablen verallgemeinern.
Es sei folgendes Gleichungssystem gegeben:



Durch entsprechende äquivalente Umformungen wird dieses Gleichungssystem in die folgende (so genannte) Dreiecksform gebracht:


Hieraus erhält man und sukzessive lassen sich berechnen.

Anmerkung: Die Umformung des Gleichungssystems in diese Form (bzw. der Koeffizientenmatrix zu einer oberen Dreiecksmatrix) setzt voraus, dass die Determinante der Koeffizientenmatrix nicht verschwindet. Ist dies nicht erfüllt, wird die Koeffizientenmatrix in eine Trapezform überführt.

Mithilfe der interaktiven Beispiele 1, 2 und 3 können lineare Gleichungssysteme mit zwei, drei bzw. vier Variablen gelöst werden.

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