


Aus dem zugehörigen Baumdiagramm (s. Bild
2) kann man die Wahrscheinlichkeitsverteilung
der Zufallsgröße X ablesen. Es gilt:
,
wenn sie ihre Werte k
mit der Wahrscheinlichkeit
annimmt. Die geometrische Verteilung ist ein Spezialfall der
PASCALschen Verteilung, die ihren Namen zu Ehren BLAISE PASCALS
(1623 bis 1662, Bild 1) erhielt.
Der Name "geometrisch verteilt" ist gewählt worden, weil
die Wahrscheinlichkeiten
Glieder einer geometrischen Zahlenfolge
sind, und zwar mit dem konstanten Quotienten
und der rekursiven Bildungsvorschrift
.
Anmerkung: Die Bezeichnungen "geometrische
Verteilung" und "geometrische Wahrscheinlichkeit" klingen
zwar ähnlich, werden aber für verschiedenartige Zufallsexperimente
verwandt. In dieser Hinsicht ist also Vorsicht geboten.
Unter Verwendung eines CAS kann man sich schnell eine Vorstellung vom
Graphen der Wahrscheinlichkeitsfunktion der geometrischen Verteilung verschaffen.
Dabei gelangt man zu der Vermutung, dass diese Verteilung gut durch die
Funktion f mit
zu approxieren sein müsste (s. Bild 3).
In der Tat ist die geometrische
Verteilung das diskrete Analogon zur Exponentialverteilung.
Die geometrische Verteilung ist also die Verteilung der zufälligen Anzahl der Misserfolge vor dem ersten Erfolg bei einer BERNOULLI-Kette. Dauert die Realisierung des zu einer geometrisch verteilten Zufallsgröße X gehörenden BERNOULLI-Experiments genau eine Zeiteinheit, so gibt X die Wartezeit bis zum ersten Erfolg an. Man spricht in diesem Zusammenhang in der Stochastik auch von Wartezeitproblemen. Wir betrachten dazu ein Beispiel:
Lösung: Es sei X die zufällige Anzahl
der Würfe des Mitspielers bis zu einer Sechs mit
.
Dann erhält man (s. auch untenstehendes Bild und interaktives Rechenbeispiel):
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Die im Beispiel aufgetretene Wahrscheinlichkeit, frühestens im
i-ten Versuch den ersten Erfolg zu haben, kann auch auf eine einfachere
und direktere Weise berechnet werden. Dazu muss man folgende Umformung
vornehmen:

(wobei für die Berechnung der Summe die Summenformel für geometrische
Reihen angewendet wurde)
Moderne Taschencomputer ermöglichen es, die unendliche Reihe unmittelbar zu berechnen.
Es gilt also die folgende Formel:

Analog oder über das Gegenereignis erhält man:

Bei der Bearbeitung des obigen Beispiels liegt die Frage nahe, wie lange
man im Mittel würfeln muss, um erstmals eine Sechs zu erhalten, d.h.,
man fragt nach dem Erwartungswert einer
geometrisch verteilten Zufallsgröße.
Es gilt folgender Satz:
und
die Streuung (bzw. Varianz)
. Beweis (für den Erwartungswert):
