Zum
Gleichungsbegriff
Eine Gleichung ist ein mathematischer
Ausdruck, bestehend aus zwei Termen, die durch das Gleichheitszeichen verbunden
sind. Die beiden Terme heißen linke
bzw. rechte Seite der Gleichung.
Der Begriff Gleichung geht auf den italienischen
Mathematiker LEONARDO FIBONACCI VON PISA (etwa 1180 bis etwa 1250) zurück.
Gleichungen, in denen keine Variablen auftreten, sind (wahre oder falsche) Aussagen:
ist eine wahre Aussage.
ist eine falsche Aussage.Gleichungen, in denen (mindestens) eine Variable auftritt, sind keine
Aussagen, sondern Aussageformen.
Sie werden zu (wahren oder falschen) Aussagen, wenn alle vorkommenden
Variablen belegt (d.h. durch Zahlen aus dem jeweiligen Grundbereich ersetzt)
oder durch zusätzliche Bedingungen gebunden
werden:
wird für
zu einer wahren, für alle anderen Werte zu einer falschen Aussage.
so gibt es keine Zahl, für die die Gleichung zu einer wahren Aussage
wird.
die Variable durch die Existenzaussage "Es gibt ein x mit
"
gebunden, so entsteht für den Variablengrundbereich der reellen
Zahlen
eine
wahre Aussage, für den Variablengrundbereich der rationalen Zahlen
aber
eine falsche Aussage.
die Variablen durch die Allaussage "Für alle reellen Zahlen
a und b gilt ..." gebunden, so entsteht eine wahre Aussage.Lösen einer Gleichung; Lösungsmenge
Eine Gleichung lösen heißt,
alle Elemente des Grundbereiches zu finden, die beim Einsetzen in die
Gleichung eine wahre Aussage erzeugen.
Jedes solche Element des Grundbereichs heißt Lösung
der Gleichung. Man sagt auch: Eine
Lösung erfüllt die
Gleichung.
Alle Lösungen zusammen bilden die Lösungsmenge
L dieser Gleichung. Die Lösungsmenge ist
abhängig vom Variablengrundbereich.
hat über dem Variablengrundbereich der natürlichen Zahlen
die
Lösungsmenge
und über dem Variablengrundbereich der ganzen Zahlen
die Lösungsmenge 
Zur Einteilung von Gleichungen
Gleichungen kann man zunächst nach der Anzahl
der Unbekannten (freien Variablen) einteilen.
Gleichungen mit einer Unbekannten (freien Variablen) lassen sich danach
unterscheiden, in welcher Form die Unbekannte (freie Variable) vorkommt.
Wenn man voraussetzt, dass mögliche Vereinfachungen ausgeführt
sind, kann man Gleichungen (in Anlehnung an eine Einteilung von Funktionen)
in algebraische und transzendente
Gleichungen einteilen.
Zu den algebraischen Gleichungen zählen die rationalen
Gleichungen (insbesondere die ganzrationalen)und die Wurzelgleichungen,
zu den transzendenten Gleichungen die goniometrischen
Gleichungen sowie Exponential- und
Logarithmusgleichungen.
Ganzrationale Gleichungen
Eine ganzrationale
Gleichung hat die folgende Form:

Dabei gibt der höchste Exponent der Variablen x (hier also n) den
Grad der Gleichung an.
Gleichungen ersten Grades werden auch linear,
Gleichungen zweiten Grades quadratisch
genannt. Für beide gibt es allgemeingültige Lösungsformeln.
Auch für Gleichungen dritten Grades (kubische
Gleichungen) und vierten Grades gibt es allgemeine Lösungsformeln,
die sogenannten cardanischen Formeln,
benannt nach dem italienischen Mathematiker GERONIMO CARDANO (1501 bis
1576).
Dass es für Gleichungen höheren als vierten Grades keine
allgemeine Lösungsformel gibt, hat erst der norwegische Mathematiker
NILS HENRIK ABEL (1802 bis 1829) bewiesen.