
Möchte man
kompliziertere Zahlenfolgen, etwa die Folge
,
auf die Existenz eines Grenzwertes untersuchen (und diesen ggf. berechnen),
so sind Sätze über Grenzwerte (Grenzwertsätze),
wie sie im Folgenden dargestellt werden, von Nutzen.
Gegeben seien die konvergenten Zahlenfolgen
mit

Dann gilt:

Diese Grenzwertsätze sind zu beweisen. Exemplarisch soll dies nachfolgend
für (1) dargestellt werden.
Beweis von (1):
Nach Definition des Grenzwertes ist zu zeigen, dass für jede beliebige
positive reelle Zahl
und fast alle
die folgende Ungleichung erfüllt ist:

Wegen
gilt nach Definition des Grenzwertes für fast alle n:

(Anmerkung: Da obige Ungleichungen für
jede reelle Zahl gelten, so sind sie natürlich auch für das
von uns gewählte
erfüllt.)
Dann folgt (unter Verwendung der Dreiecksungleichung):
Beispiele für das Berechnen von Grenzwerten: (Rechenbeispiel)



Aus der Existenz der Grenzwerte
für die Folgen
resultiert, dass die Folge
konvergent ist und den Grenzwert
hat. Die Umkehrung dieses Satzes gilt allerdings nicht.
Wir betrachten das folgende Beispiel:

Die Folgen
wachsen mit zunehmendem n über alle Grenzen, sie sind also divergent.
Das Bildungsgesetz des Folge
kann man umformen, indem man in Zähler und Nenner jeweils die höchste
Potenz von n ausklammert und dann (soweit wie möglich) kürzt:

Dann ist nach obigen Grenzwertsätzen:
Ausgehend von diesem Beispiel lässt sich verallgemeinernd Folgendes
feststellen:
Sind
Zahlenfolgen, deren Bildungsgesetze ganzrationale Funktionen (Polynome)
in n sind, so gilt für die Folge
:
,
wenn die höchste Potenz von n im Nenner größer ist als
die höchste Potenz von n im Zähler;
,
falls die höchste Potenz von n im Nenner gleich ist als der höchsten
Potenz von n im Zähler ist (der Wert g ist der Quotient aus dem
Koeffizienten der höchsten Potenz des Zählers und der höchsten
Potenz des Nenners);
existiert nicht, wenn die höchste Potenz von n im Nenner kleiner
ist als die höchste Potenz von n im Zähler.