Unter einem Koordinatensystem
versteht man im euklidischen Raum
ein System von drei skalierten Geraden, die durch einen gemeinsamen Punkt,
den Ursprung O, verlaufen und nicht in einer Ebene liegen (Analoges gilt
für die Ebene).
Eine besondere Bedeutung besitzt das Koordinatensystem, bei dem die Achsen
jeweils einen rechten Winkel bilden. Dieses System wird nach dem französischen
Mathematiker RENÉ DESCARTES (1596 bis 1650, Bild 1) kartesisches
Koordinatensystem genannt.
Koordinatendarstellung
Die folgende Abbildung zeigt ein ebenes und ein räumliches kartesisches
Koordinatensystem.

In der Ebene ist jedem Punkt eineindeutig ein Zahlenpaar
,
im Raum eineindeutig ein Zahlentripel
zugeordnet.
Die Elemente x, y und z des Zahlenpaares
bzw. des Zahlentripels
heißen die Koordinaten
des Punktes P. Insbesondere in der Ebene wird die x-Koordinate als Abszisse
und die y-Koordinate als Ordinate bezeichnet
(interaktives Rechenbeispiel).
Die Anordnung der Achsen des Koordinatensystems erfolgt im mathematisch
positiven Drehsinn und die Skalierung zählt vom Ursprung ausgehend
in positive und negative Richtung.
Die Ebene
wird durch das Koordinatensystem in vier Quadranten
unterteilt, in denen die Koordinaten die in der folgenden Tabelle angegebenen
Vorzeichen besitzen.
|
Quadrant
|
I
|
II
|
III
|
IV
|
|
x
|
+
|
-
|
-
|
+
|
|
y
|
+
|
+
|
-
|
-
|
Der Raum
wird durch das Koordinatensystem in acht Oktanten
unterteilt, in denen die Koordinaten folgende Vorzeichen besitzen:
|
Oktant
|
I
|
II
|
III
|
IV
|
V
|
VI
|
VII
|
VIII
|
|
x
|
+
|
-
|
-
|
+
|
+
|
-
|
-
|
+
|
|
y
|
+
|
+
|
-
|
-
|
+
|
+
|
-
|
-
|
|
z
|
+
|
+
|
+
|
+
|
-
|
-
|
-
|
-
|
Darstellung in vektorieller Form
Das Koordinatensystem wird durch einen Ursprung O, der frei gewählt
wird, und drei nichtkomplanare Vektoren
gebildet. Sind die Vektoren
paarweise zueinander orthogonal, dann heißt das Koordinatensystem kartesisch.
Die folgende Abbildung zeigt ein ebenes und ein räumliches kartesisches
Koordinatensystem mit den Einheitsvektoren
bzw.
.
Anmerkung: Die Einheitsvektoren auf den Koordinatenachsen
werden häufig auch mit
bezeichnet.

In der Ebene ist jedem Punkt P eineindeutig der Ortsvektor
,
im Raum der Ortsvektor
zugeordnet (wobei mit
die Einheitsvektoren bezeichnet werden); x und y bzw. x, y und z sind
die Koordinaten des Punktes P.
Anmerkung: Die Forderung nach äquidistanter
Skalierung kann aus Zweckmäßigkeitsgründen entfallen wie
z.B. in der Kristallografie oder bei der Darstellung exponentieller Wachstumsprozesse.