Ein Körper
ist eine algebraische Struktur mit zwei
Operationen (geschrieben als Addition
und Multiplikation), in der man uneingeschränkt
addieren, subtrahieren, multiplizieren und dividieren kann wie im Bereich
der rationalen, reellen oder komplexen Zahlen.
Der Begriff Körper baut auf dem Begriff
des Ringes auf, in dem die Division die
einzige der vier Grundrechenarten ist, deren Ausführbarkeit nicht aus
den Ringaxiomen folgt. Im Ring der ganzen Zahlen
oder im Matrizenring M mit Elementen
aus
oder
im Restklassenring
(m keine Primzahl) gibt es Elemente, die kein inverses
Element besitzen.
bildet bezüglich der Multiplikation eine abelsche
Gruppe.
Ein Körper ist ein kommutativer Ring, in dem die vom Nullelement verschiedenen Elemente eine Gruppe bilden, d.h., ein Körper hat ein Einselement und zu jedem Element aus K ein inverses Element.
Beispiele für Körper
Dagegen ist in den Zahlenbereichen
und
das Axiom 2 nicht erfüllt, somit bilden
diese Strukturen keinen Körper.
,
wobei k nicht quadratisch und
ist, sind Körper. Jedes Element
besitzt (da k nach Voraussetzung nicht quadratisch ist) ein inverses Element
in
:

Für den Körper mit den Elementen
ist auch die Bezeichnung gaußscher
Zahlenkörper gebräuchlich.
Die Frage, welcher der Restklassenringe
ein Körper ist, ist äquivalent mit der nach Lösbarkeit
aller Restklassengleichungen der Form
mit
:

(Da nur ganzzahlige Lösungen dieser Gleichung interessieren, handelt
es sich um eine diophantische Gleichung.)
Durch
werden alle Vielfachen des größten gemeinsamen Teilers von
a und m (in Zeichen:
)
dargestellt, d.h., die Gleichung ist genau dann lösbar, wenn a und
m teilerfremd (für alle
)
sind. Das gilt aber nur für alle
,
wenn m eine Primzahl ist.
Die Restklassenringe
(mit p Primzahl) bilden somit Körper.
In diesen Körpern gelten Regeln, die sich wesentlich vom Rechnen
in Zahlenbereichen unterscheiden:

Diese Beziehungen resultieren daraus, dass jeder Binomialkoeffizient
mit
wegen
den Faktor p enthält und damit Null ist.
Durch vollständige Induktion kann man diese Aussage auf Potenzen
mit mehr als zwei Summanden verallgemeinern. Daraus folgt u.a. nachstehende
(als kleiner fermatscher
Satz bezeichnete) Aussage:

(da
ist und wegen der Existenz von
auch
folgt)
Der mengentheoretische Durchschnitt
von Unterkörpern eines festen Körpers K bildet wieder einen
Körper; so z.B.
.
Der Durchschnitt aller Unterkörper von K enthält keinen echten
Unterkörper mehr; ein solcher Körper heißt Primkörper.
Beispiele für solche Primkörper sind u.a. der Körper der
rationalen Zahlen
sowie die Restklassenkörper
.
In jedem Körper K kann man den Ring aller Polynome
mit Koeffizienten aus K bilden, in Zeichen:

Der Körper heißt algebraisch abgeschlossen,
wenn in
jedes Polynom in Linearfaktoren zerfällt; d.h., jedes irreduzible
Polynom ist in
linear.
Der Körper der komplexen Zahlen ist algebraisch abgeschlossen.