
Für die Produktbildung
(Multiplikation
einer Matrix mit einem Vektor) muss vorausgesetzt werden, dass die
Anzahl der Spalten in der Matrix A mit
der Anzahl der Koordinaten des Vektors
übereinstimmt.
Die Koordinaten des neuen Spaltenvektors, der durch die Multiplikation
entsteht, erhält man jeweils als
Summe der Koordinatenprodukte eines Zeilenvektors von A
und des Spaltenvektors
.
eine
und
ein Vektor aus n Koordinaten.
einen Vektor
mit der Eigenschaft
Anmerkung: Um das Produkt
bilden zu können, muss man analog voraussetzen, dass die Anzahl der
Koordinaten des in Zeilenform geschriebenen Vektors
gleich der Anzahl der Zeilen der Matrix G
ist. Also gilt:
In Folgenden soll an einem stark vereinfachten Beispiel
aus dem Bereich der Meinungsforschung zum Problemkreis Wahlen
die Anwendung der Matrizen unter Nutzung der oben erklärten Produktbildung
demonstriert werden.
Es stehen drei Parteien X, Y und Z zur Auswahl, außerdem hat der
Wähler die Möglichkeit, keine Stimme abzugeben (diese Wahlberechtigten
bilden die Menge N).
Die statistische Auswertung der letzten Wahl ergab die in der folgenden
Tabelle dargestellt Verteilung:
| Partei |
X
|
Y
|
Z
|
N
|
| Anteil in % |
35
|
25
|
20
|
20
|
Für die bevorstehende Wahl wird die im folgenden Bild dargestellte
Wählerwanderung prognostiziert:

Die Wählerwanderung wird in folgender Matrix W
erfasst:

Für die Partei X würden also bei der kommenden Wahl 70% ihrer
vorigen Wähler (35%), 10% der Wähler von Y (25%), 50% der Partei
Z (20%) und 15% der bisherigen Nichtwähler (20%) stimmen. Das wären
In Matrizenschreibweise bedeutet diese
Rechnung: Der Zeilenvektor
des bisherigen Wahlergebnisses wird mit der Matrix der Wählerwanderung
W von links multipliziert (s. auch
interaktives Rechenbeispiel):

Das bedeutet: Bei der bevorstehenden Wahl würden wahrscheinlich 40%
der Wahlberechtigten die Partei X, 32,75% die Partei Y, 12,75% die Partei
Z wählen und 14,5% der Wahlberechtigten ihre Stimme nicht abgeben.
Der Politologe hat dieses mathematisch richtige Ergebnis zu interpretieren
und aus den statistischen Werten die entsprechende Treffergenauigkeit
anzugeben. Dafür stehen geeignete Verfahren der Statistik bereit,
auf die hier allerdings nicht eingegangen werden kann.