

Anna, Beate und Stefan, die Schülervertreter des Shakespeare-Gymnasiums,
sind mit einem wichtigen Anliegen auf dem Weg zu ihrem Schulleiter. Sie
haben Glück, die Zimmertür des Schulleiters steht etwas offen,
sodass sie ihre Köpfe hindurchstecken können.
"Wollt
ihr was?",
werden sie leicht mürrisch, aber nicht unhöflich angesprochen.
"Ja", entgegnet Beate mit fester Stimme, "im Namen der
Schüler unseres Gymnasiums möchten wir eine Verkürzung
der Unterrichtsstunden um fünf Minuten zugunsten der Pausen fordern!"
Zuerst herrscht einen Moment lang Stille, dann kommt die ungläubige
Rückfrage des Schulleiters:
"Was wollt ihr?"
Die Schülervertreter hat der Mut verlassen. Sie schweigen. Im gleichen
Maße wächst beim Schulleiter die Erregung und seine Worte bekommen
einen leicht drohenden Unterton:
"Ihr wollt was?"
Die Schülervertreter sind verunsichert. Der Schulleiter sucht nach
einem Ausweg. Da fällt ihm der Namenspatron des Gymnasiums ein und
mit den Worten
"Was ihr wollt!"
drängt er die Schüler mit einem Anflug von Lachen aus dem Zimmer.
Die Schüler gehen verdattert von dannen, nicht wissend was sie davon
halten sollen.
Anna stellt lakonisch fest: "Zwei Permutationen hat er vergessen!"
"Was, bitte wie?", fragt Stefan nun vollends verwirrt ...
Das Wort Permutation geht auf das lateinische
permutare zurück, was mit verändern,
wechseln oder vertauschen
übersetzt werden kann.
bezeichnet
die Anzahl der Permutationen bei n Elementen. Im obigen Beispiel wurden vom Schulleiter die Worte was,
ihr und wollt auf
vier verschiedenen Weisen angeordnet, d.h., er hat vier Permutationen benutzt.
Einen Überblick über die Anzahl aller möglichen Permutationen
kann man sich verschaffen, indem man sich bewusst macht, dass es drei
Möglichkeiten gibt, die erste Stelle des Drei-Wort-Satzes zu besetzen.
Wenn die erste Stelle besetzt ist, gibt es nur noch zwei Möglichkeiten,
die zweite Stelle zu belegen. Sind die erste und die zweite Stelle entschieden,
gibt es für die dritte Stelle nur noch eine Möglichkeit, d.h.,
die Anzahl der Möglichkeiten ist
.
Anna hat also Recht mit ihrer Bemerkung, dass zwei Permutationen vom Schulleiter
nicht verwandt wurden.
Das Berechnen aller möglichen Permutationen von n Elementen ist
eine typische Aufgabenstellung der Kombinatorik.
Schon in der im 13. Jahrhundert erschienenen Schrift "De Vetula"
wurde bei der mathematischen Beantwortung der Frage, mit welchen Erfolgsaussichten
auf Augenzahlen zwischen 3 und 18 beim Wurf mit drei Würfeln gesetzt
werden kann, mit Permutationen gearbeitet.
Von n verschiedenen Elementen gibt es
Möglichkeiten der Anordnung. Da es sich um verschiedene Elemente
handelt, spricht man auch von Permutationen
ohne Wiederholung.
Für die Anzahl derartiger Permutationen gilt also:

Für
definiert man zweckmäßigerweise
.
Da eine
n-elementige Menge nur verschiedene Objekte enthält, gibt
es
Möglichkeiten,
ihre Elemente anzuordnen.
Sind unter den anzuordnenden Objekten Elemente gleich, so reduziert sich
die Anzahl der möglichen Permutationen.
Für die Anzahl der Permutationen
von n Elementen mit Wiederholung
(n Elemente,
von denen je
untereinander gleich sind) gilt:
Ein schrittweises Berechnen der Werte von
zeigt, dass die Zahlen für wachsendes n schnell sehr groß werden.
Für große n kann man aber Näherungsformeln verwenden,
z.B. die folgenden:

Interaktiv kann man sich von der Güte der Näherungsformeln
für verschiedene n überzeugen (s. Bild 2 und interaktives Beispiel).
Das Bestimmen der Anzahl von Permutationen wird in der Stochastik vor
allem beim Berechnen von LAPLACE-Wahrscheinlichkeiten
benötigt.
Permutationen können auch als Funktionen
interpretiert werden. In diesem Sinne nennt man eine eineindeutige Abbildung
einer endlichen Menge auf sich eine Permutation dieser Menge. Um etwa die Permutation
der Menge
darzustellen, verwendet man die folgende Schreibweise:

Dieser Ansatz ermöglicht es, Eigenschaften und Strukturen von Permutationen
aufzudecken und Verkettungen zwischen ihnen zu vollziehen. Um die durch
Permutationen vermittelten Abbildungen anschaulich verfolgen zu können,
benutzt man verschiedene Diagramme (s. Bild 1 bzw. nachstehendes Textbild).

In der Rangkorrelationsanalyse,
einem speziellen Teil der Korrelationsanalyse, untersucht man, inwieweit
eine bestimmte Permutation zufälligen Charakter besitzt.
Dazu werden der ersten Lieferung n und der zweiten m Bauteile
"auf gut Glück" entnommen und jeweils der interessierende
Parameter gemessen. In der Reihenfolge der durchgeführten Messungen
erhält man die Werte
.
Ordnet man die Messwerte der Größe nach, ergibt sich eine bestimmte
Permutation, z.B.
.
Wenn dies eine "Zufallspermutation" ist, so wäre dies ein
Indiz dafür, dass sich die beiden Lieferungen hinsichtlich des untersuchten
Parameters nicht wesentlich voneinander unterscheiden.
Als Maß für die Zufälligkeit einer Permutation kann man
z.B. die Anzahl der sogenannten Inversionen benutzen, wobei zwei Elemente
einer Permutation eine Inversion
bilden, wenn ihre Anordnung im Vergleich zu "natürlichen"
umgekehrt ist, wenn also bei obiger Hypothese
ein
nach einem
steht.