PETER GUSTAV LEJEUNE DIRICHLET (mitunter findet man auch die Schreibweise
LEJEUNE-DIRICHLET) wurde am 13. Februar 1805 in der seinerzeit zum französischen
Reich gehörenden Stadt Düren (Nordrhein-Westfalen) geboren.
Der Vater war Postmeister von Düren, die Vorfahren stammten aus der
belgischen Stadt Richelet (was den Familiennamen erklärt).
Schon als Kind soll sich DIRICHLET besonders für Mathematik interessiert
und von seinem Taschengeld entsprechende Lehrbücher gekauft haben.
Dieses Interesse spiegelte sich auch in seiner Ausbildung, zunächst
am Gymnasium in Bonn und später am Jesuiten-Gymnasium in Köln,
wider. Erwähnenswert ist, dass einer seiner Lehrer in Köln der
Physiker GEORG SIMON OHM war. Ursprünglich sollte DIRICHLET auf Wunsch
seiner Eltern Jura studieren, letztlich entsprachen sie jedoch seiner
Bitte, ein Mathematikstudium aufnehmen zu dürfen. So ging der junge
DIRICHLET im Mai 1822 nach Paris, das damals ein Zentrum der mathematischen
Forschung war. Hier traf er u.a. mit FOURIER, LAPLACE und POISSON zusammen.
Im Jahre 1825 machte DIRICHLET auf sich aufmerksam, indem er mit A. M.
LEGENDRE (1752 bis 1853) die fermatsche
Vermutung für den Fall n = 5 bewies (später bewies er sie
noch für n = 14).
1826 kehrte DIRICHLET nach Deutschland zurück und wurde (nachdem
ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Bonn verliehen worden
war) auf Empfehlung ALEXANDER VON HUMBOLDTS zunächst Privatdozent
an der Breslauer Universität. Etwa ab 1828 lehrte er dann an der
Allgemeinen Kriegsschule sowie an der Bauakademie in Berlin. Unter Beibehaltung
dieser Verpflichtungen nahm DIRICHLET im Jahre 1829 eine Berufung an die
Berliner Universität an, arbeitete zunächst als Privatdozent,
ab 1831 als außerordentlicher Professor und ab 1839 als ordentlicher
Professor.
Als nach dem Tode von CARL FRIEDRICH GAUSS in Göttingen die Professur
für Höhere Mathematik vakant geworden war, folgte DIRICHLET
im Jahre 1855 einem entsprechenden Ruf. Diese Stelle behielt er bis zu
seinem Lebensende (er verstarb am 5. Mai 1859) inne.
Zu den wichtigsten Arbeitsgebieten von DIRICHLET gehörten zum einen (anknüpfend an die Ergebnisse von GAUSS) die Zahlentheorie und zum anderen die (die französische Schule aufgreifend) Angewandte Mathematik. Speziell mit seinem Namen verbunden ist der dirichletische Primzahlsatz. Dieser Satz besagt, dass eine arithmetische Folge unendlich viele Primzahlen enthält, falls dies nicht aus Gründen der Trivialität unmöglich ist. Zudem forschte DIRICHLET auch auf den Gebieten der partiellen Differenzialgleichungen, der periodischen Reihen sowie der bestimmten Integrale.
Am Rande soll noch erwähnt werden, dass DIRICHLET seit 1831 mit einer Schwester des Komponisten FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY verheiratet war.