
Um möglichst gerecht und objektiv vorzugehen, nutzt Lehrer Stochasius die Randomfuktion seines Taschencomputers, um einen Schüler für eine mündliche Leistungskontrolle zu bestimmen. Trotzdem haben einige Schüler Zweifel an diesem Verfahren (vor allem dann, wenn ein Schüler zweimal hintereinander "ausgewürfelt" wurde). Der Klassenprimus stellt überhaupt infrage, dass ein solch streng deterministisch arbeitendes Gerät wie ein Rechner Zufallsziffern erzeugen könne.
Vor diesem Problem standen die Entwickler von Computern ursprünglich auch. Man versuchte anfangs, Zufallsziffern mithilfe realer Vorgänge mit zufälligem Ergebnis (z.B. radioaktiver Zerfall), die in einen Computer eingebaut wurden, zu erzeugen. Dem war aber kein großer Erfolg beschieden, zumal man herausfand, dass es auch mit deterministischen (rekursiven) Algorithmen möglich ist, Ziffernfolgen, sogenannte Pseudozufallszahlen, zu erstellen, die weitgehend dieselben Eigenschaften wie echte Zufallszahlen besitzen (s. Bild 1).
Im Folgenden wird ein Algorithmus zum Erzeugen fünfstelliger Pseudozufallszahlen angegeben(s. auch Bild 2 und interaktives Beispiel):
Startzahl zwischen 0 und 1 mit fünf Stellen nach dem Komma, z.B.
0,62347

Dieser Algorithmus – es gibt auch andere – ist ein periodischer
Pseudozufallsgenerator,
d.h., nach einer gewissen Anzahl von Schritten wiederholen sich
die Startzahl (es gibt nur
verschiedene infrage kommende Zufallszahlen aus
mit fünf Dezimalstellen, also kehrt die Startzahl
spätestens als
wieder) und damit auch die folgenden Zahlen. Es sollte deshalb das Bestreben
sein, die in den Algorithmus eingehenden Konstanten so zu wählen,
dass es möglichst lange dauert, bis sich die Startzahl wiederholt
und dass die Zufallszahlen gewissen Gütekriterien genügen. Als
günstig hat sich in diesem Sinne der Faktor 173 erwiesen. Positiv
wirken sich als Faktoren auch die Zahlen 117, 123, 133, 147, 163, 187
oder 197 aus. Die Startzahl sollte als letzte Ziffer eine 1, 3, 7 oder
9 haben. Fatale Auswirkungen hätte die 0,5, was man auch interaktiv
überprüfen könnte.
Nicht weniger wichtig als das Gewinnen von Zufallszahlen ist
die Überprüfung ihrer Güte, denn aus der Analyse einer
zufälligen Stichprobe werden oftmals weitreichende Entscheidungen
getroffen, sei es in Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft. So entscheidet
z.B. die durch eine zufällige Stichprobe gewonnene Einschaltquote
über das Wohl und Wehe von Fernsehsendungen.
Zu den häufig angewandten
Gütekriterien zählen
die folgenden:


Zifferntripel, die
Ziffernquadrupel, ... besitzen die analogen Eigenschaften wie die in
Test 1 und Test 2 genannten.



Um die Güte einer Zufallszahl zu bestimmen, genügt es nicht,
nur einen der obigen Tests (oder einen ähnlichen Test) durchzuführen.
Die Zufallszahl
beispielsweise genügt zwar hervorragend Test
1, ist aber nach Test 2 als eine sehr
schlechte Zufallszahl einzustufen.