Jede positive ganze
Zahl m gestattet es, in der Menge
der ganzen Zahlen eine Relation der folgenden Art zu definieren:
ein ganzzahliges Vielfaches
von m ist.
oder kurz
. Beispiele:
bedeutet
, und
heißt
.
Aber es gilt nicht
,
da
ist.
Dabei ist es von Bedeutung, dass für jede ganze Zahl
durch die Relation
eine Äquivalenzrelation
in
gegeben
ist, die
in Äquivalenzklassen aufteilt.
.
ist eine Äquivalenzrelation in
,
die sogenannte Kongruenz modulo m. Beweis:
(1) Die Kongruenz modulo m ist reflexiv,
da für alle a aus
gilt:

(2) Die Kongruenz modulo m ist symmetrisch,
da für alle a, b aus
gilt:
Wenn
,
dann ist auch
,
denn
ist äquivalent zu
.
Damit gilt
,
d.h.

(3) Die Relation ist auch transitiv,
d.h., für alle a, b, c aus
folgt aus
und
auch
,
denn
und
ist äquivalent zu den Gleichungen
und
.
Das Ergebnis folgt aus der Addition der beiden Gleichungen:
,
welche der Kongruenz modulo m entspricht, heißen Restklassen
modulo m.
bezeichnet diejenige Restklasse, die die Zahl a enthält.Für
erhält man die folgenden Restklassen:
Der Name Restklasse erklärt sich aus folgendem Zusammenhang:
genau dann, wenn a und b bei der Division durch m den gleichen Rest
r mit
lassen. Daraus folgt, dass es genau m Restklassen modulo m gibt, nämlich
Die
Zahlen
bilden ein vollständiges Repräsentantensystem der Klassen modulo
m, welches das kleinste nichtnegative Repräsentantensystem
genannt wird.
Beweis (des obigen Satzes):
Falls beide Zahlen bei der Division durch m den gleichen Rest lassen,
also 
gilt, folgt:

Da
ist,
ergibt sich
.
Umgekehrt ergibt sich aus
mit
durch Einsetzen in
mit
,
dass auch b bei der Division durch m den gleichen Rest r lässt, da
ist.
Es sei noch darauf hingewiesen, dass in der Restklasse
genau diejenigen ganzen Zahlen liegen, die Vielfache von m sind. Deshalb
kann man auch die Teilbarkeitsrelation
mit Hilfe der Kongruenz modulo m folgendermaßen
formulieren:
Rechnen mit Kongruenzen
Mit Kongruenzen kann man wie
mit Gleichungen rechnen, und das von CARL FRIEDRICH GAUSS (1777 bis 1855)
stammende Kongruenzzeichen erinnert auch an das Gleichheitszeichen.
Es sei
Dann gilt
Damit ist es möglich, in der Menge der Restklassen eine Addition
und eine Multiplikation zu erklären,
die sich auf die entsprechenden Operationseigenschaften für die Repräsentanten
stützt, aber nicht von der Wahl der Repräsentanten abhängt.
Die Addition und die Multiplikation von Restklassen lassen sich wie folgt
definieren:

So gilt zum Beispiel
,
aber auch
.
Die Operationseigenschaften der Addition
und der Multiplikation in
übertragen sich auf die Menge der Restklassen modulo
m.
Es sei hier nur noch vermerkt, dass die Menge der m Restklassen modulo
m bezüglich der unter
definierten Addition und Multiplikation einen kommutativen Ring mit
,
den sogenannten Restklassenring von
modulo
m, bilden (in Zeichen:
).
Damit sind wir zu Beispielen für Ringe gelangt, die nur aus endlich
vielen Elementen bestehen. Sie haben u.a. den Vorteil, dass man
die Addition und die Multiplikation in Form von Strukturtafeln
aufschreiben kann, was im Folgenden für den Restklassenring
angegeben wird. In diesem Beispiel bedeutet
stets
.
Die Additions- und die Multiplikationstafel
für die Restklassen modulo 6 haben folgende
Form:

Eine Anwendung im Schulstoff findet die Kongruenzrelation u.a. in der
Ableitung der Teilbarkeitsregeln.