

Der Begriff Tischrechner stellt eine Sammelbezeichnung für Sprossenrad-Rechenmaschinen dar, die im Laufe des 20. Jahrhunderts in unterschiedlicher Ausstattung für den Büro- und Laborbetrieb gebaut wurden.
Am Anfang des 18. Jahrhunderts war in Italien (und zwar 1709 in Padua)
das Sprossenrad als Schaltelement für
Rechenmaschinen erfunden worden. Darunter versteht man ein Zahnrad, bei
dem die Anzahl der Zähne durch Positionieren des Rades variiert werden
kann. Ein solches Rad wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als Schaltorgan
für Vierspeziesrechner benutzt.
Im Jahre 1843 meldete der französische Arzt DIDIER ROTH in England
ein Patent für Sprossenradmaschinen
an.
In den USA wurden Sprossenradmaschinen seit 1872 gebaut, und in St. Petersburg
verwendete WILLGOTT T. OHDNER (1845 bis 1905) seit 1874 das Sprossenrad
für industriell gefertigte Maschinen. OHDNER war Konstrukteur und
Produzent von mit Sprossenrad ausgerüsteten Handkurbelrechenmaschinen
(Bild 1).
Forderungen aus dem kommerziellen Bereich (Buchhaltung, Laborbetrieb usw.) verlangten Addiermaschinen mit Tastatur und Druckeinrichtungen, im Laborbetrieb auch mit erweiterter Arithmetik. So wurden allmählich Verbesserungen an den Tischrechnern erfunden. Zu diesen sind zu zählen:
Letztlich führte diese Entwicklung zu den Fakturiermaschinen
(Bild 2), wie sie bis in die neueste Zeit eingesetzt waren.
Zu den bekanntesten Tischrechnern gehören die Mercedes-Euklid-Modelle
aus Berlin und Zella-Mehlis (die bis in die 60er Jahre gebaut wurden),
ferner die Maschinen der Hersteller Olivetti
und Burroughs.