
Eine Population bestehe aus N Individuen. Nach einer Zeit
ist eine Änderung
mit
des
Populationsumfangs N zu verzeichnen. Kann die Population ohne Beschränkung
wachsen, so ist die Änderung proportional zum Ausgangsumfang - je mehr
Individuen vorhanden sind, desto mehr Nachwuchs stellt sich ein.
Es gilt
also
(unbeschränktes
Wachstum),
wobei k als Wachstumsrate (bei unbeschränktem Wachstum) bezeichnet
wird.
Ist das Wachstum durch eine Obergrenze G der Individuenzahl beschränkt,
so wird sich bei noch kleiner Individuenzahl ein annähernd unbeschränktes
Wachstum einstellen, mit wachsender Zahl N wird die Wachstumsrate jedoch
kleiner, um schließlich bei
den Wert 0 anzunehmen. Eine Beschränkung kommt beispielsweise zustande,
wenn die Population in einem isolierten Gebiet lebt, in dem sich höchstens
G Individuen ernähren können. Die modifizierte Wachstumsrate
weist
das erwartete Verhalten auf.
Als Differenzengleichung ergibt sich
(logistisches
Wachstum).
Die Gleichung des logistischen Wachstums wurde erstmals von VERHULST
und PEARL im Jahre 1838 verwendet.
Da sich in beiden Wachstumsfällen die Änderung
auf einen bestimmten Zeitraum, z.B.
,
bezieht, spielt die Art des Populationswachstums innerhalb
dieses Zeitraums keine Rolle. Es könnte sich - wie bei Bakterien
- um ein kontinuierliches
Wachstum handeln.
Möglich wäre aber auch, dass ein an einen Lebenszyklus gebundenes
diskontinuierliches
Populationswachstum - wie bei Schmetterlingen - vorliegt. Im Falle
des kontinuierlichen Wachstums kann man von der Differenzengleichung
zu einer Differenzialgleichung übergehen (Bild 1).
Lösen der Differenzialgleichung
des unbeschränkten Wachstums
Die Gleichung
ist
eine lineare homogene Differentialgleichung 1. Ordnung. Ihre allgemeine
Lösung erhält man durch Trennen der Variablen:
Allgemeine Lösungsfunktion ist also
.
Gilt die Anfangsbedingung
,
so erhält man
.
Die Lösung des Anfangswertproblems ist daher
.
Lösen der Differenzialgleichung des logistischen Wachstums
Die Differentialgleichung
des logistischen Wachstums ist zwar auch von 1. Ordnung, aber nicht linear.
Sie wird ebenfalls durch Trennen der Variablen gelöst:
Trennen der Variablen:

Integrieren: 
Das Integral auf der linken Seite lässt sich mittels Partialbruchzerlegung
bestimmen. Man erhält:
, also

(Alle Integrationskonstanten werden auf der rechten Seite zusammengefasst.)
Daraus folgt: 
bzw. 
und damit
.
Bestimmen des Parameters q: 
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Für die Werte |
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