Mathematik Abitur
Unterräume und Erzeugendensysteme
Unterraum U von Ortsvektoren; Ebene enthält OUnterraum L von Ortsvektoren; Ebene enthält nicht OBeispiel und Gegenbeispiel für einen Unterraum von U
Durch Beschreibung der Vektoren des Anschauungsraumes mittels Koordinaten erhält man den Vektorraum V mit

In U werden die Ortsvektoren der Punkte einer Ebene durch den Ursprung O zusammengefasst, beispielsweise:

Die Teilmenge U des Vektorraumes V ist bezüglich der Addition und der skalaren Vervielfachung in V wieder ein Vektorraum.
Durch Bild 1 wird der anschauliche Charakter des Beispiels unterstrichen.

Beziehen sich dagegen die Ortsvektoren auf Punkte einer Ebene, die nicht den Ursprung O enthält, wie in der Menge

so ist die Teilmenge L von V kein Vektorraum (Bild 2), da (und es gibt viele Begründungen dafür( z.B. , aber , was der Eigenschaft (4) der Vektorraumdefinition widerspricht.

Ist eine Teilmenge U eines Vektorraumes selbst bezüglich ein Vektorraum, so führen die Summenbildung und die skalare Vervielfachung nicht aus U hinaus und es existieren ein Nullelement und für jedes Element ein entgegengesetztes Element in U. Die restlichen Bedingungen der Vektorraumdefinition gelten auf ganz V und damit auch in U.

Daraus ergibt sich der folgende Satz (Unterraumkriterium).

Beweis: Die Bedingungen sind notwendig. Sie sind auch hinreichend, da nach der vorbereitenden Bemerkung zum Satz für eine Teilmenge U mit den beiden Bedingungen nur noch (3) und (4) aus der Vektorraumdefinition nachzuweisen sind:
Im Vektorraum V ist der Nullvektor: Er gehört auch zu U, da ist, und folglich gilt (3) in U.
Wegen ist mit stets , was (4) in U bestätigt.
w.z.b.w.

Beispiele von Unterräumen spezieller Vektorräume
(1) Für jede natürliche Zahl n ist der Vektorraum der Polynome höchstens n-ten Grades (definiert sind alle Polynome auf ganz ) jeweils ein Unterraum des Funktionsraumes aller Funktionen mit Definitionsbereich .

(2) Im einleitend betrachteten Vektorraum V der Ortsvektoren des Anschauungsraum bilden Unterräume:
– der Vektorraum, der nur aus dem Nullvektor besteht;
– alle Ortsvektoren, die Punkte einer festen Geraden g durch O beschreiben;
– alle Ortsvektoren, die Punkte einer festen Ebene durch O beschreiben;
– der ganze Vektorraum V.
Der einleitend angegebene Unterraum U von V wird durch alle Linearkombinationen der Vektoren gebildet; die Koordinaten der Vektoren von U genügen der
Beziehung .
Es ist mit

ein Unterraum von U und damit auch von V (linke Figur in Bild 3 bzw. in nachstehendem Textbild).
Der Unterraum von V mit

ist aber kein Unterraum von U (rechtes Bild in Bild 3 bzw. im folgenden Textbild).



(3) Die Lösungsmenge eines homogenen linearen Gleichungssystems mit n Variablen ist ein Unterraum des Vektorraumes aller n-Tupel reeller Zahlen.

Linearkombinationen und Erzeugendensysteme
Gegeben seien ein Vektorraum V und die Vektoren .
Wir betrachten die Menge M aller Linearkombinationen dieser Vektoren, d.h. die Menge M mit

Diese Menge hat bezüglich der Addition und der Vervielfachung in V die folgenden Eigenschaften:

Das heißt, M ist ein Unterraum von V, und es gilt der folgende Satz:

Für so erzeugte Unterräume sind die in der folgenden Definition angegebenen Benennungen üblich:

Wir betrachten dazu das folgende Beispiel:

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