Mathematik Abitur
Zufällige Ereignisse

Der mathematische Begriff des (zufälligen) Ereignisses ist für die Wahrscheinlichkeitstheorie von grundlegender Bedeutung. Ausgehend von der Erfahrung, dass beim Ablauf zufälliger Vorgänge deren Ergebnis im Rahmen verschiedener Möglichkeiten ungewiss ist, ordnet man in der Wahrscheinlichkeitstheorie jedem Zufallsexperiment eine Ergebnismenge zu.

Dies soll im Folgenden anhand verschiedener Beispiele verdeutlicht werden.

Anmerkung: Manchmal werden in der Literatur auch nur die Ereignisse "zufällig" genannt, die weder sicher noch unmöglich sind.

Stellt sich bei einem Zufallsexperiment mit der Ergebnismenge das Ergebnis e mit der Eigenschaft A ein, so sagt man, dass Ereignis A tritt ein.
Ein Ereignis A tritt also ein, wenn eines seiner Ergebnisse e eintritt. Tritt ein Ergebnis e ein, so treten alle diejenigen Ereignisse ein, die eine Teilmenge von sind und e enthalten.
Beispiel:
Es sei . Tritt das Ergebnis 1 ein, so treten die Ereignisse und ein.

Die Menge aller Teilmengen einer endlichen oder abzählbar unendlichen Ergebnismenge eines Zufallsexperiments nennt man Ereignisraum und bezeichnet sie mit (Potenzmenge von ).
Die Potenzmenge umfasst Ereignisse.
Beispiel: Es sei .

Spezielle Ereignisse

Jeder Ereignisraum enthält genau atomare Ereignisse.
Beispiel: Es sei .
Dann gehören genau die drei atomaren Ereignisse zu .

Anmerkung: In Literatur und Praxis wird manchmal nicht sauber zwischen Ergebnis e und atomarem Ereignis unterschieden.

Es gilt:

Beispiel: Es sei .

Beispiel: Es sei .

Gilt für die paarweise unvereinbaren Ereignisse die Gleichung , so bilden sie eine Zerlegung von (s. nebenstehendes Bild).

Beispiel: Wir betrachten folgende Elementarereignisse mit den in der folgenden Tabelle angegebenen Wahrscheinlichkeiten:

e
1
2
3
4
0,2
0,3
0,2
0,3

Es gilt:

Damit sind A und B voneinander unabhängige Ereignisse.

Verwandte Themen
© Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim und DUDEN PAETEC GmbH, Berlin. Alle Rechte vorbehalten. www.schuelerlexikon.de