
Der
Weg zur Agenda 21
Unsere Zeit ist gekennzeichnet durch eine zunehmende Ungleichheit
zwischen den Völkern, eine immer größere Armut
und eine andauernde Schädigung
der Ökosysteme. Man hat erkannt,
dass diese globalen Probleme nicht im Alleingang gelöst werden können.
Nur eine internationale Partnerschaft auf höchster Ebene vermag die
Befriedigung der Grundbedürfnisse aller Menschen und eine bessere Bewirtschaftung
der Ökosysteme zu gewährleisten.
Auf dieser Erkenntnis basierend trafen sich im Juni 1992 ein Vielzahl von
Ländern zur Konferenz der Vereinten Nationen
für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro. Auf dieser Konferenz
entstand die Agenda 21.
Die Agenda 21 ist ein Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert. Es enthält Handlungsaufträge für eine allmähliche Verbesserung der Situation und eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen.
Auch Deutschland orientiert sich an dem Maßnahmenkatalog der Agenda 21. Das bedeutete für die Städte (siehe Kapitel 28 der Agenda 21), dass die Kommunen bis 1996 ein lokales Aktionsprogramm zur Durchsetzung der Agenda 21 auf lokaler Ebene (Lokale Agenda 21) auszuarbeiten hatten. Dieses Ziel wurde von der Mehrheit der Kommunen nicht erreicht. Auf der UN-Sondergeneralversammlung wurde deshalb die Frist bis 2002 verlängert.
Lokale Agenda 21
In der Lokalen Agenda 21
werden Programme, Projekte und Maßnahmen auf kommunaler Ebene entwickelt,
welche sozial verträglich, umweltgerecht und ökonomisch vertretbar
sind. Angestrebt wird ein Dialog zwischen Bevölkerung, Privatwirtschaft
und anderen gesellschaftlichen Gruppen.
Mehrere Umfragen des Deutschen Städtetages zeigen die deutlich positive Entwicklung bei der Lokalen Agenda 21. Die Lokale Agenda 21 hat in über 2000 deutschen Kommunen Prozesse und Projekte ausgelöst und sichtbare Ergebnisse für eine nachhaltige Entwicklung erzielt. Aber auch 10 Jahre nach dem Weltgipfel in Rio sind höchsten 15% der ca. 14000 deutschen Kommunen aktiv mit Nachhaltigkeitsüberlegungen im Sinne der Agenda 21 befasst. Selbst in diesen Kommunen ist nur ein kleiner Teil der Bevölkerung informiert und einbezogen und die lokale Zukunftsfähigkeit in der Kommunalpolitik nur selten von zentraler Bedeutung.
Seit August 2002 unterstützt die bundesweite Servicestelle den lokalen Agenda 21-Prozess. Sie wird aus Mitteln des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes gefördert.
Vorgehensweise bei der Ausarbeitung
einer Lokalen Agenda 21
Bei der Ausarbeitung des Aktionspapiers
werden zuerst ökologisch, ökonomisch und sozial orientierte
Handlungsschwerpunkte festgelegt. Aus den Handlungsschwerpunkten
gehen Grundsätze und aus diesen wiederum Leitlinien und Maßnahmen
hervor.
Handlungsschwerpunkte können z. B. sein
Grundsätze der Förderung von Kindern und Jugendlichen in einem ökologischen Umfeld am Beispiel Berlin-Weißensee (Pankow)
Leitlinien am Beispiel von Weißensee
Maßnahme zur Schaffung lebensnaher und ökologisch orientierter Projekte
Schulgärten als Lernort der Generationen
Zielvorgaben der Lokalen Agenda 21
Ein wesentlicher Punkt für den Erfolg der Lokalen
Agenda 21 ist die Kontrolle der Maßnahmen. Grundlage für
die Kontrolle sind messbare Ziele.
Solche Ziele (Orientierungswerte) können z. B. sein
Die Agenda 21 ist noch im Aufbau begriffen, weshalb keine aussagekräftigen
Ergebnisse vorliegen. Sie scheint die richtige Anwort auf die Herausforderungen
des 21. Jahrhunderts zu sein. Eine Vielzahl von Projekten beschäftigen
sich mit den sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Wechselwirkungen
in den Städten. Zu ihnen gehören "Zukunftsfähiges
Deutschland" und "Cities of the Future".