Biologie
Bakterienkulturen
BakterienkolonienBakterienkolonienPetrischale mit Bakterienkulturen

Bakterienkulturen eignen sich zum Untersuchen von Bau und Lebensweisen der Bakterien.

Bakterien sind sehr klein. Man kann sie nur mit mikroskopischer Vergrößerungen beobachten. Aufgrund ihrer Vermehrung bilden sie in großer Anzahl auf Nährböden sichtbare "Kolonien". Die Fortpflanzung und Vermehrung der Bakterien erfolgt ungeschlechtlich durch Querteilung. Haben sie die Größe des Ausgangsbakteriums erreicht, teilen sie sich erneut.

Diese Form der ungeschlechtlichen Fortpflanzung wird Spaltung genannt. Bei günstigen Lebensbedingungen (u.a. genügend Nahrung, Feuchtigkeit und Temperaturen zwischen +10 °C bis +30 °C) kann sich ein Bakterium alle 20 Minuten teilen. Dadurch können in einem Milliliter Milch nach 24 Stunden bereits 5 Millionen Bakterien vorhanden sein. Dadurch unterscheiden sie sich von vielen anderen Organismen. Nach der Zellteilung können die Bakterien miteinander verbunden bleiben und können so Zellhaufen, einfache und verzweigte Zellketten bilden. Diese Bakterienkolonien haben je nach Bakterium typische Formen und Farben.

Die rasche Vermehrung der Bakterien kann man eindämmen oder verhindern, indem die Lebensbedingungen für sie ungünstig gestaltet werden, z.B. durch Schaffung niedriger Temperaturen, durch Erhitzen ihrer Nahrungsstoffe auf +105 °C oder durch Wasserentzug (Trocknen und Dörren), Räuchern oder Einsalzen. Dies wird bei der Lagerung von Nahrungsmitteln und Futterstoffen ausgenutzt (z.B. Kühlschränke, Kühlhallen, Lagerhallen für Trockennahrung bzw. Trockenfutter).
Die Vermehrung der Bakterien wird auch durch UV-Strahlung eingeschränkt.

Damit sich Bakterien schnell kultivieren lassen, benutzt man geeignete Nährböden, die die Ernährungsbedingungen optimal widerspiegeln. Die meisten Bakterien benötigen organische Stoffe (z.B. Zucker, Fette, Alkohol). Sie zersetzen diese Stoffe, nehmen Teile davon auf und bauen ihre eigenen organischen Körperstoffe auf. Sie leben heterotroph.

Die Nährböden unterscheiden sich nach ihrer Konsistenz (fest oder flüssig), nach ihrer Herkunft (natürlich oder synthetisch) und nach ihrer Verwendbarkeit (allgemein oder speziell).

Sind die Lebensbedingungen ungünstig (Nahrung, Feuchtigkeit, Temperatur), können stäbchenförmige Bakterien (Bazillen) Dauersporen bilden. Diese Sporen sind sehr widerstandsfähig gegen Trockenheit, Kälte und Hitze sowie auch gegen Chemikalien und UV-Strahlen. In dieser Form können Bakterien Jahre überdauern.

Durch Luftbewegung, an der Haut haftend oder durch Verkehrsmittel können sie weltweit verbreitet werden. Gelangen die Sporen in günstige Lebensbedingungen, bricht die feste "Sporenhülle" auf und aus der Spore entwickelt sich ein neues Bakterium.

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