


Balzverhalten bei Amseln
Ein häufiger Wald- und Stadtvogel ist die Amsel. Beispielsweise dringen Amsel-Weibchen
zur Balz unauffällig in die Reviere der Männchen ein. Das Werbeverhalten
umfasst die Singbalz und das Imponieren der Männchen, das Werben
um das Weibchen und Ansätze zum Nestbau.
Während der Balz verringert sich die Distanz der Sexualpartner, die
Vögel gewöhnen sich aneinander, der Unnahbarkeitsbereich wird
überwunden und die sexuelle Bereitschaft gefördert. Durch den
Gesang angelockt, erscheinen im Revier oftmals mehrere Weibchen. Das Männchen
wirbt durch bestimmte Körperbewegungen um ein Weibchen (Balz).
Als Balz werden demnach die "Paarungsspiele" der Tiere bezeichnet, die der Begattung vorausgehen.
Nach der Paarung und Begattung verteidigen beide gemeinsam ihr Revier. Nun beginnt der Bau des napfförmigen Nestes aus Zweigen, Moos und feuchter Erde in einer Astgabel oder Hecke durch das Weibchen. Das Männchen hilft beim Sammeln des Nestmaterials. In das Nest legt das Weibchen 3 bis 5 grünliche, mit dunklen Flecken versehene Eier. Sie brütet ca. 14 Tage. Dann schlüpfen aus den Eiern hilflose, nackte und blinde Jungvögel. Es sind Nesthocker. Sie müssen von beiden Eltern gewärmt und mit Regenwürmern und Insekten gefüttert werden.
Brutpflege
Diese Brutpflege im Nest dauert
ca. 14 Tage. Dann verlassen die Jungvögel das Nest, werden aber noch
ca. 10 Tage von den Eltern gefüttert.
Wie die jungen Amseln, sind u. a. auch die jungen Tauben, Eisvögel
und Rotkehlchen hilflose Nesthocker und auf die Hilfe der Elterntiere
angewiesen.
Auch bei den Mäusen, den Kaninchen und Eichhörnchen kann man Brutpflege beobachten. Die Jungen sind nach der Geburt blind, nackt und hilflos. Eine Behaarung ist kaum vorhanden. Sie sind also auf die Pflege durch die Elterntiere angewiesen. Weibchen und auch Männchen vieler weiterer Tierarten betreiben eine intensive Brutpflege. Das Erleben der Pflege und Betreuung der Tierkinder durch die Elterntiere, besonders durch die Tiermütter, gehört zu den schönsten Beobachtungen in Tiergärten, der freien Natur oder auch im Haus.
Aber auch die männlichen Elterntiere betreiben Brutpflege. Die Männchen
der Geburtshelferkröten z. B. schützen die Gelege der Weibchen.
Dazu wickeln sie sich die durch einen Gallertfaden verbundenen Eier um
die Hintergliedmaßen und tragen diese mit sich umher. Nach zwei
bis sieben Wochen – je nach Temperatur – tritt die Schlüpfbereitschaft
der Larven ein. Die männlichen Geburtshelferkröten begeben sich
dann zum Wasser, und die Larven können schlüpfen.