
Unser Herz ist etwa faustgroß
und hat die Form eines Kegels. Es liegt zwischen den beiden Lungenflügeln
fast in der Mitte der Brusthöhle. Die Spitze des Herzens weist nach
links unten (siehe Bild 1). Betrachtet man den Längsschnitt (Bild 2) eines
Herzens, erkennt man, dass das Herz ein Hohlmuskel
ist. Eine muskulöse Scheidewand, die Herzscheidewand,
teilt das Herz in zwei vollständig voneinander getrennte Hälften.
Jede Hälfte besteht aus einem kleineren Vorhof
und einer größeren Herzkammer.
Die Blutströmung in und vom Herzen wird durch Herzklappen
geregelt. Die Vorhöfe und Herzkammern werden durch Segelklappen
getrennt. Je eine Herzkammer und die Lungen- bzw. Körperarterie werden
durch eine Taschenklappe
getrennt.
Die Tätigkeit des Herzens kann mit einer Saug-Druck-Pumpe verglichen
werden. Da das Herz ein Hohlmuskel ist, kann sich der Herzmuskel
abschnittsweise zusammenziehen (kontrahieren) und erschlaffen. Diese Tätigkeit
des Herzmuskels bewirkt das Ansaugen des Blutes zum Herzen, den Transport
des Blutes im Herzen und das Ausstoßen des Blutes aus dem Herzen
in den Körper bzw. zur Lunge.
Das Erschlaffen und Zusammenziehen
(Kontrahieren) des
Herzmuskels erfolgt in einem bestimmten Rhythmus. Nach jedem Zusammenziehen
des Muskels erfolgt ein Erschlaffen. Man sagt, das Herz schlägt (Herzschlag).
Das Herz eines Erwachsenen schlägt in Ruhe 60- bis 80-mal in der
Minute, d.h., der Herzmuskel zieht sich 60- bis 80-mal in der Minute zusammen
und erschlafft wieder. Bei jedem Schlag pumpt das Herz etwa 70 ml Blut
aus jeder Herzkammer in die abführenden Blutgefäße.
Das sind etwa 80000 bis 100000 Herzschläge pro Tag mit einer Pumpleistung
von etwa 14000 Liter. Im Verlauf eines 70- bzw. 75-jährigen Lebens
pumpt das Herz ungefähr 200 bis 250 Millionen Liter Blut in den Körper.
Die Tätigkeit des Herzens wird durch innere und äußere
Faktoren beeinflusst, z.B. durch Angst- und Schrecksituationen, durch
körperliche Anstrengung und Freude.
Beim Erschlaffen des Herzmuskels füllen sich die Vorhöfe mit
Blut (Bild 3, Abb. A).
Die Vorhöfe ziehen sich zusammen, die Herzklappen (Segelklappen)
öffnen sich, das Blut fließt in die Herzkammern (Bild 3, Abb. B).
Das Erschlaffen des Herzmuskels wird als Diastole
(Ansaugvorgang) bezeichnet (Bild 3, Abb. C).
Beim Zusammenziehen des Herzmuskels wird das Blut durch die sich öffnenden
Herzklappen (Taschenklappen) aus den Herzkammern herausgepresst. Aus der
rechten Herzkammer wird es in die Lungenarterien,
aus der linken Herzkammer wird es in die Körperarterie
gepumpt (siehe Bild 3 Abb. B).
Das Zusammenziehen des Herzmuskels wird als Systole
(Auspressvorgang) bezeichnet.
Herztöne
Die Herztätigkeit ist mit einem Stethoskop
(Hörrohr) durch Abhören der Herztöne
nachweisbar. Es sind zwei verschiedene Geräusche, die Herztöne,
zu hören.
Beim Zusammenziehen der Herzkammern werden die Segelklappen geschlossen.
Dies hört man als dumpfen Segelklappenton. Unmittelbar nach diesem
Ton folgt ein zweiter heller Herzton, der Taschenklappenton. Er wird durch
das Zuschlagen der Taschenklappen erzeugt, wenn das Blut aus den Herzkammern
in die Blutgefäße gepumpt ist (siehe Bild 4).
Herzfrequenz
Die Anzahl der Herzschläge pro Minute wird als Herzfrequenz
bezeichnet. Die Herzfrequenz des Menschen ist abhängig vom Alter
und von den Leistungen des Körpers. Auch Tiere zeigen eine unterschiedliche
Herzfrequenz (siehe Tabelle).
|
Organismen
|
Anzahl der Herzschläge
pro Minute
|
|
erwachsener Mensch
|
60 - 90
|
|
Mensch, 70 Jahre
|
72
|
|
Mensch, 80 - 85 Jahre
|
80 - 85
|
|
Mensch, Neugeborenes
|
130 -140
|
|
Mensch, 2-jährig
|
120
|
|
Mensch, 10-jährig
|
90
|
|
Mensch, 14-jährig
|
80 - 85
|
|
Delfin
|
85 -140
|
|
Ente
|
230 - 420
|
|
Elefant
|
25
|
|
Hund
|
60 -180
|
|
Igel, wach
|
280 -320
|
|
Igel, Winterschlaf
|
18
|
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Mauersegler
|
700
|