


Biozide – Pestizide
Biozide, auch Pestizide
(Pflanzenschutzmittel bzw. Schädlingsbekämpfungsmittel) genannt,
werden im Pflanzenschutz
zur Schädlingsbekämpfung
eingesetzt. In der Landwirtschaft, der Erwerbsgärtnerei aber auch
in Kleingärten und im Haushalt werden sie verwendet, um Insekten,
Milben, Schnecken, Nagetiere oder unerwünschte Pflanzen ("Unkraut")
zu bekämpfen. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, sind
die meisten Biozide giftig und umweltschädlich.
Daher wurde zum Schutz der Verbraucher im Jahr 2002 in Deutschland das Biozid-Gesetz erlassen. Unter das Biozid-Gesetz, das auf der Europäischen Biozid-Richtlinie aus dem Jahr 1998 basiert, fallen verschiedene Produktarten, darunter Holzschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) hat die Aufgabe, Biozid-Produkte und Biozid-Wirkstoffe hinsichtlich ihres gesundheitlichen Risikos zu bewerten und die Zulassung zu kontrollieren.
Biozide für jeden Schädling
Je nachdem gegen welche Organismen sie eingesetzt werden, unterscheidet
man:
Umweltgefahren durch Biozide
Umweltgefahren durch Biozide
kommen dadurch zustande, dass diese Stoffe nicht nur auf den Flächen
wirken, auf die sie bewusst verteilt werden, sondern auch auf benachbarte
Flächen, die zwangsweise "mitbehandelt" werden. Das passiert
besonders dann, wenn die Biozide von Flugzeugen aus verstreut werden und
die Wetterbedingungen (z. B. Wind) sich dabei ungünstig verändern.
Wind und Regen verteilen Biozide außerdem weit über ihr Anwendungsgebiet
hinaus. So hat man einige Biozide an Stellen gefunden, wo nachweisbar
im Umkreis von Tausenden Kilometern nie Biozide eingesetzt wurden, z. B.
in unseren Gletschern, den Ozeanen sowie in der Arktis und der Antarktis.
Dabei handelt es sich besonders um langlebige, chlororganische Verbindungen
wie die Insektizide DDT und Lindan
oder das Unkrautvernichtungsmittel Atrazin.
Biozide gelangen außerdem über Niederschläge oder durch Auswaschung aus Böden in Seen und Flüsse, die sie weiter in die Meere transportieren. In der Nordsee und im Mittelmeer kann man stellenweise hohe Konzentrationen an verschiedenen Bioziden messen. Biozide sickern durch die Böden und gelangen so ins Grundwasser.
Gegenwärtig ist man dabei, international unter Koordination des
UN-Umweltprogramms UNEP an globalen Regulierungen und Verboten für
langlebige, weltweit verbreitete Schadstoffe, zu denen besonders viele
Biozide zählen, zu arbeiten.
Eine Reihe von Pestiziden sind Nervengifte. Zeichen von Vergiftungen
sind z. B. Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Sehstörungen bis
hin zur Atemlähmung. Viele Pestizide stehen außerdem im Verdacht,
krebserregend, Erbgut schädigend und Frucht schädigend zu sein.
Deshalb wurden diese Pestizide von Institutionen wie der Weltgesundheitsorganisation
(WHO), der US-Umweltbehörde (EPA) oder der EU entsprechend dieser
Gefährdungen eingestuft. Trotzdem ist ihre Anwendung deswegen nicht
oder nicht in allen Ländern verboten.