Biologie
Blutegel
Blutegel (Hirudo medicinalis)MundsaugnapfZahnreiheÖffnungen zwischen den Kalkzähnchen

Viele Menschen wissen überhaupt nicht, dass gerade der Medizinische Blutegel schon im Mittelalter ein wichtiger Helfer der Ärzte war und in der Medizin eine sehr wichtige Rolle gespielt hat. Die Meinungen über den Medizinischen Blutegel reichen von Ekel und Hass gegen den lästigen und gefährlichen Schmarotzer bis hin zu seiner bedingungslosen Anerkennung als Wohltäter der Menschheit.

Geschichte
Seitdem Menschen einander heilen, spielen Blutegel (Hirudo medicinalis) eine medizinisch gesehen bedeutende Rolle. Es ist sogar anzunehmen, dass auch Tiere von den heilenden Wirkungen der Egel profitieren. Das Wort "Egel" stammt übrigens von dem griechischen Wort "echis" ab, das man mit "kleine Schlange" übersetzen würde. Manche sind sogar der Meinung, dass die Schlange des Äskulapstabes (Symbol des ärztlichen Standes) einen Egel darstellt. Er ist jedenfalls schon lange für seine Heilkräfte berühmt. Bei den Germanen wurde das Wort "Blutegel" z. B. nahezu synonym mit dem Wort "Heiler" verwendet.

DHANVANTARI, der indische Gott des Ayurveda, trägt einen Blutegel in einer seiner vier Hände, und im englischen wurden die Heiler des Mittelalters als "leecher" (leech (engl.) = Blutegel) bezeichnet.

Bereits den Naturvölkern war der Blutegel bekannt und etwa 100 Jahre vor Christus wurde er von dem griechischen Arzt und Dichter NIKANDROS VON COLOPHON erwähnt und wegen seiner außergewöhnlichen Wirkung sehr geschätzt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde der medizinische Blutegel, Hirudo medicinalis, bei verschiedenen Erkrankungen zum Aderlass eingesetzt, der sich als besonders wirkungsvoll erwiesen hat. Im 18. und 19. Jahrhundert war die Verwendung von Blutegeln leider so in Mode gekommen, dass man von "Vampyrismus" sprach und dass sogar die Ausrottung der Egel drohte.

Obwohl 1854 noch allein in Frankreich 57 Millionen Egel verbraucht wurden, geriet die Blutegelbehandlung in Europa zunehmend in Vergessenheit. Erst im Jahre 1923 erhielt die Blutegeltherapie durch einen französischen Chirurgenkongress wieder neuen Auftrieb. Vor dem ersten Weltkrieg wurde der deutsche Egel meist nur in der damals sogenannten "Ostzone" vorgefunden, bevor man ihn erstmals 1948 im Emsland entdeckte. Seit 1949 werden der deutsche und der Ungarnegel wieder gezüchtet und in Teichen gehalten, die der Lebensweise der Tiere angepasst sind.

Heute haben die Blutegel ihre "Approbation" als Heiler und als lebende Apotheken zurück.

Die rekonstruktive Chirurgie hat die sensiblen Blutsauger in den 1980er Jahren wiederentdeckt, als das abgerissene Ohr eines kleinen Jungen nur durch ihre Hilfe wieder anwachsen konnte. Seitdem erleben sie eine Renaissance in der Heilkunst. Die moderne Biochemie hat so viele Wirksubstanzen und deren Wirkmechanismen im Blutegelspeichel aufgeklärt, dass die Vermutung, die Heilwirkung der Blutegel sei mittelalterlicher Aberglaube selbst ins Reich des Aberglaubens fällt.

Experten vergleichen die Bedeutung des Hirudins (Wirkstoffe aus dem Blutegelspeichel) gar mit der des Penicillins, natürlich bei einem völlig anderen Wirkungsspektrum.

Biologie des Blutegels
Blutegel sind Zwitter, gehören zu den Ringelwürmern (Annelida) und gelten als höherentwickelte Verwandte der Regenwürmer. Der Egel erreicht im Ruhezustand eine Länge von 10 – 15 cm, bei völliger Streckung 25 – 30 cm. Seine Breite beträgt im Durchschnitt 1 – 2 cm. Der Rücken ist mit etwa 95 Ringeln deutlich gekennzeichnet, von denen die ersten 9 bis 10 dem Kopf angehören. Ein Blutegel besitzt insgesamt 10 schwarze Augen, die auf der Rückenfläche liegen.

Die Egel besitzen insgesamt 33 Segmente, vordere und hintere Segmente sind zu Haftscheiben verschmolzen. Das Vorder- und Hinterende des Egels ist mit einem Saugnapf versehen. Die Mundöffnung besitzt 3 scheibenförmige, gesägte Kiefer, die eine y-förmige Wunde hinterlassen. In der Färbung sind die Tiere ebenfalls sehr variabel. Der Rücken ist dunkel olivgrün und der Bauch grüngelb gefärbt.

Der Blutegel ist hauptsächlich in den Flusstälern Norddeutschlands zu finden und lebt vorwiegend in moorigen und sumpfigen Gewässern, aber auch in Überschwemmungstümpeln und pflanzenreichen Seen. Bedingt durch Umweltveränderungen und übermäßige Verwendung zu medizinischen Zwecken ist die Zahl der Blutegel in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Für den Einsatz in der Medizin werden hauptsächlich Blutegel verwendet, die in Ungarn, Jugoslawien und in der Bretagne gezüchtet werden.

Die Tiere werden in etwa 1 m tiefen Teichen gehalten, deren Ufer mit feuchtem Torf ausgelegt sind. Umgeben von einem Winterhaus erfolgt die Überwinterung in Holz- oder Zementbecken. Bei regelmäßiger Ernährung (z. B. mit Fröschen, an denen sie Blut saugen) kann ein Blutegel bis zu 20 Jahre alt werden.

In den tropischen Ur- und Regenwäldern, besonders im indo-australischen aber auch im asiatischen Raum, sind die Landblutegel (Haemadipsidae), die sich von den Bäumen fallen lassen oder sich ihren Weg vom Boden über den Schuh und die Schnürsenkel zum Inneren des Fußes bahnen und jede noch so kleine Öffnung im Stoff nutzen, um zu ihrer Beute vordringen zu können, sehr, sehr lästig. Für das Vieh sind besonders die Egel gefährlich, die sich an den Schleimhäuten zu schaffen machen. Fischbeständen schadet der Fischegel (Piscicola).

Indikationen und Wirkungsweise
Die zunächst überraschend erscheinende Heilwirkung ist ein "kluger" Schachzug der Egel, denn damit fördern sie ihre wertvolle Ressource, die Säugetiere – das ist natürlich besser, als sie zu schädigen. Überspitzt ökologisch formuliert: ein schönes Beispiel für eine gelungene "nachhaltige Nutzung", für ein ausgewogenes Geben und Nehmen. Wissenschaft und Pharmaindustrie haben seit langem erkannt, was die Evolution für einen komplexen und wunderbaren Wirkstoffcocktail mit dem Blutegelspeichel hervorgebracht hat, der in geradezu "genialer" Weise in die komplizierte Gerinnungskaskade des Blutes eingreift. Und da Blut in irgendeiner Weise mit allen Erkrankungen zusammenhängt, haben Blutegel durch den Aderlass und ihre Wirkstoffe einen breiten Indikationsbereich.

Blutegel werden eingesetzt in der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie sowie bei:

Haltung der Blutegel für medizinische Zwecke
Wegen ihrer Lichtempfindlichkeit werden die Blutegel in weithalsigen Steintöpfen oder Braunglasgefäßen gehalten. Die Behälter werden ausreichend mit reinem, chlorfreien Wasser gefüllt und an einem kühlen Ort aufbewahrt.

Da Blutegel Stoffe ausscheiden, die für sie selber giftig sind, ist es wichtig, das Wasser regelmäßig durch frisches zu ersetzen. Tote Egel sind sofort zu entfernen, da sie zum Tod von anderen Tieren führen können. Beim Wasserwechsel sollte die Wassertemperatur möglichst im Bereich zwischen 3 – 12 Grad liegen.

Blutegel stoßen im allgemeinen feine Haut- und Schleimfetzen ab, was ein Vorgang der Selbstreinigung darstellt. Im Winter sollten die Egel jeden zweiten, im Sommer jeden Tag gewaschen und von anhaftendem Schleim befreit werden.

Als häufigste Erkrankung bei Blutegeln sind Einkerbungen zu beobachten, bei denen die Tiere aussehen, als ob sie an einer oder mehreren Stellen eingeschnürt sind. Diese scheinbaren Einschnürungen treten häufig in Gefangenschaft auf, da sich die Tiere von den abgestoßenen Teilen der Haut nicht selber befreien können. Um dies zu verhindern, genügt ein sanftes Streicheln mit den Fingern über den Rücken des Blutegels.

Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie wird vor allem in der plastischen Chirurgie hauptsächlich nach Wiederverpflanzung von Ohren, Fingern, Zehen oder Hautlappen und in der unfallchirurgischen Versorgung zur Wiederherstellung der Durchblutung nach Haut- und Gliedmassenverletzungen durchgeführt. Nach dem Wiedereinpflanzen von Gliedmassen oder Hautlappen wird zwar die arterielle Versorgung mikrochirurgisch wiederhergestellt, der venöse Abfluss dagegen bereitet meist Schwierigkeiten. Es dauert gut eine Woche, bis die Kapillaren wieder von alleine nachsprießen. In dieser Zeit kann es infolge von Blutstauungen zu einer ungenügenden Blutversorgung der Kapillargefässe kommen, wodurch eine Gewebsnekrose (Absterben des Gewebes) eintreten kann.

Durch den Einsatz des medizinischen Blutegels Hirudo medicinalis kann die venöse Stauung abgesaugt und das umliegende Gewebe gerettet werden. Die Wirkung der Blutegelbehandlung beruht in der Hauptsache auf zwei entscheidenden Faktoren:

1. Die Hirudinwirkung:

2. Die Wirkung des Blutentzugs:

Das Herausnehmen des Blutegels aus dem Aufbewahrungsgefäß darf niemals mit scharfen Instrumenten wie Pinzetten erfolgen, da es hierbei sehr leicht zu Verletzungen kommen kann. Mit einem Löffel oder Spatel schiebt man den Saugnapf von der Unterlage ab. Das Tier wird dadurch zum Loslösen gezwungen und kann leicht aus dem Behälter herausgeholt werden. Die Egel sind nur mit reinen und nikotinfreien Fingern oder Geräten zu berühren. Auf Desinfektionsmittel, Benzin, Parfüm, Äther, Seife oder Alkohol reagieren sie sehr empfindlich und saugen die Hautstellen nicht mehr an. In solchen Fällen hilft dann nur noch das Bestäuben oder Verreiben von Zuckerpulver, Blut, Eigelb oder frischer Milch auf der Haut.

Nachdem die Ansatzstellen mit warmem Wasser oder mit einem feuchten Tuch ohne Seife und Chemikalien gereinigt wurden, nimmt man zum Ansetzen ein kleines Glasgefäß (z. B. Schnapsglas) und stülpt damit den Blutegel an die gewünschte Körperstelle. Mit seinen 3 scharfen Kiefern ritzt er die Haut an und verursacht eine y-förmige Wunde. Das austretende Blut wird durch das Saugen direkt in die Vorratsmägen (20 Stück) geleitet. Die Gerinnung des Blutes wird durch das abgesonderte Hirudin (= gerinnungshemmende Substanz) verhindert.

Im Schnitt nimmt der Blutegel rund das Fünffache seines Eigengewichts auf. Das aufgenommene Blut wird im Zeitraum von 5 bis 18 Monaten verdaut, wobei sich die Saugfähigkeit aber schon nach 2 bis 4 Monaten wieder einstellt. Nach einer Blutmahlzeit kann ein Egel bis zu 2 Jahren hungern.

Die Zahl der anzusetzenden Blutegel richtet sich nach dem Alter des Patienten, dessen Ernährungszustand und dem Krankheitsbild sowie der Häufigkeit der beabsichtigten Anwendung und der Größe der Blutegel. Bei Kindern darf pro Lebensjahr höchstens ein Blutegel angesetzt werden.

Zunächst einmal: der Biss eines Blutegels ist nicht schmerzhaft. Verständlich, denn Egel haben in der freien Natur kein Interesse daran, überhaupt bemerkt zu werden. Ob zur Schmerzlinderung ein Anästhetikum im Speichel enthalten ist, ist umstritten. Die Bisse werden wie "Brennnesselstiche", "Mückenstiche", "ein leichtes Ziehen" oder "Einstiche von Injektionsnadeln" oder sogar als völlig schmerzfrei beschrieben. Ein im folgenden Verlauf mögliches, leichtes Jucken – ähnlich wie bei einem Mückenstich – geht auf histaminähnliche Substanzen zurück. Der Biss ist auch durch die "Bisstechnik" wenig schmerzhaft: 3 sternförmig angeordnete Sägeleisten mit jeweils ca. 80 Kalkzähnchen raspeln sich vorsichtig durch die Haut, um zum Blut zu gelangen. Zwischen den Kalkzähnchen sind Öffnungen, durch die die Saliva, der Blutegelspeichel abgegeben wird.

Ein feiner stechender Schmerz und rhythmische Saugbewegungen zeigen an, dass der Biss stattgefunden hat und der eigentliche Saugakt beginnt. Die Saugzeit beträgt durchschnittlich, je nach Größe des Blutegels, seinem Hungerzustand und der Durchblutung der Saugstelle, 15 bis 30 Minuten und kann bis zu 3 Stunden dauern. Wenn sich der Egel vollgesaugt hat, löst er sich von selbst ab. Der Blutegel sollte niemals gewaltsam entfernt werden, weil seine Kiefer in der Wunde verbleiben und dort Entzündungen verursachen können. Statt dessen kann der Saugakt durch Betupfen mit Essig, Salz oder Alkohol unterbrochen werden.

Eine wiederholte Verwendung des Blutegels ist nicht möglich, da Krankheitsübertragungen nicht auszuschließen sind. Es empfiehlt sich daher ein schnelles Abtöten der Blutegel, z. B. mit 70  % Ethanol (je höher der Prozentgehalt des Alkohols, desto schneller tritt der Tod ein) oder die Egel in kochendes Wasser geben bzw. in Essig einlegen. Die zuletzt genannten Möglichkeiten sind aber für den Blutegel eher qualvoller. Bei verschluckten oder in Körperhöhlen versteckten Blutegel hilft meist eine konzentrierte Salzlösung weiter. Und sollte wirklich mal jemanden ein Blutegel aus der Dusche entgegenkommen, so liegt es daran, dass das Tier unsachgemäß über die Toilette entsorgt wurde.

Da der Blutegel beim Saugakt Hirudin in die Bisswunde und Blutbahn abgibt, können die Bissstellen manchmal bis zu 12 Stunden nachbluten. Der Blutverlust, der von einem Egel verursacht wird, beträgt in der Regel ca. 50 ml. Davon entfallen etwa 10 ml auf die abgesaugte Menge und 40 ml auf die Sickerblutung aus der Wunde. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, eine Blutegelbehandlung möglichst in den frühen Morgenstunden vorzunehmen, um im Laufe des Tages eine Kontrolle der Nachblutung zu haben. Bei lang andauernden und stark blutenden Wunden ist es ratsam, ein Abstillen der Bisswunde vorzunehmen. Hierbei hilft ein Höllensteinstift, den man mit der Spitze in den Wundkanal einführt und ihn dort für kurze Zeit belässt. Für das Abstillen werden stets sterile Kompressen verwendet, um Sekundärinfektionen zu verhindern.

Nach etwa 24 Stunden ist mit normalen Wundverhältnissen zu rechnen, jedoch immer abhängig von Größe und Tiefe der Wunde. Ein frühzeitiger Verbandswechsel wird vom Patienten immer als angenehm empfunden, da der erste Verband durch die Blutkruste verhärtet ist und auf der Haut störend wirkt.

Mögliche Komplikationen bei der Blutegeltherapie
Wie bei jeder Behandlungsmethode können auch bei der Blutegeltherapie unter bestimmten Voraussetzungen Komplikationen eintreten. Diese beschränken sich jedoch auf unerwünschte starke Nachblutungen und auf allergische Erscheinungen. Ebenso kann es aber auch durch Unachtsamkeit zu Unfällen kommen. So kam es schon vor, dass in manchen Fällen die Nachblutung nicht zu stillen war oder ein Blutegel in die Nasenlöcher bzw. in den Anus des Patienten eindrang und dort gefährliche innere Blutungen verursachte (durch Anbinden des Schwanzendes kann der Blutegel am Ausreißen gehindert werden).

Die Blutegeltherapie darf nur auf ärztliche Anweisung hin erfolgen, da sie nicht bei jedem Krankheitsbild angewendet werden darf.

Bei folgenden Krankheitsbildern ist unbedingt von einer Blutegelbehandlung abzuraten:

Bei frisch operierten Patienten wird zur vorsichtigen Verwendung von Blutegeln geraten, da im Zusammenhang mit der Blutegelbehandlung Nachblutungen im Operationsgebiet beobachtet worden sind.

Krankheitsübertragung – Infektionsgefahr AIDS
Blutegel besitzen keine Verdauungsenzyme und halten das aufgesaugte Blut mithilfe ihres Speichelsekrets Hirudin monatelang flüssig. Damit sind beste Voraussetzungen für das Überleben von Erregertypen gegeben, die mit dem Saugakt aufgenommen werden und so übertragbar sind.

Experimentell konnte Prof. Dr. MEHLHORN (Fakultät für Biologie der Universität Bochum) nachweisen, dass nicht nur zahlreiche Bakteriengattungen, sondern auch Viren vom Typ HIV im Blutegel ihre Infektiosität behalten.

Voraussetzung für Krankheitsübertragungen ist der Kontakt von verseuchtem Blut (das bei einem früheren Saugakt gespeichert worden ist) aus dem Darm des Egels mit dem des Menschen. Dazu kommt es, wenn der vollgesaugte Blutegel beim Ablösen von der Ansatzstelle gequetscht wird oder erbricht und auf diese Weise Erreger in die Saugwunde geraten. Prof. Dr. ERNST FINK (Professor für Biologie und Parasitologie der Universität Erlangen-Nürnberg) beschäftigt sich schon seit 20 Jahren mit Blutegeln. Seiner Aussage nach besteht keinerlei Infektionsgefahr, wenn die Apotheken Blutegel aus speziellen Zuchtbetrieben beziehen und bestimmte Grundregeln im Umgang mit den Tieren beachten. Dazu gehört auch, dass jeder Blutegel, der einmal am Menschen verwendet wurde, getötet werden muss. Eine zweimalige Verwendung ist strengstens verboten.

Mit Vorurteilen leben diese Sauger seit Langem. Verständlich ist das nur, wenn man sie ungenügend kennt. Denn sie entsprechen kaum dem von Menschen geprägten Image.

Blutegel leben, gemessen am Menschen, recht passabel:

Vorurteile haben sie offenbar in ihrer weit mehr als 650 Millionen Jahren (hier verlieren sich ihre Spuren in der Entwicklungsgeschichte) währenden Entwicklung nicht davon abgehalten, durch ständige "Innovationen" heilende Wirkungen bei denen zu entfalten, von denen sie etwas wollen: uns Säugetieren.

Um die Blutegeltherapie anzuwenden, ist viel Überzeugungsarbeit bei den Patienten notwendig, von dessen Erfolg sie aber nach der Behandlung in der Regel angetan sind.

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