

Entdeckung der Chromosomen für
die Vererbung
1880 wurden in Zellen von teilungsfähigem Gewebe stark anfärbbare,
fadenförmige Gebilde, die Chromosomen,
entdeckt. CARL ERICH CORRENS
(1864-1933) vermutete bereits 1900, dass die Chromosomen die Erbträger
seien. 1903 wurde durch den Deutschen THEODOR
BOVERI (1862-1915) und den Amerikaner WALTER
STANBOROUGH SUTTON (1876-1916) unabhängig voneinander die Chromosomentheorie
der Vererbung begründet. Sie sagt aus, dass die Chromosomen die
stofflichen Träger
der Erbanlagen sind. Die Erbanlagen nennt man Gene. Sie sind in linearer
Reihenfolge in den Chromosomen angeordnet.
Bedeutung und Bau der Chromosomen
In den angefärbten Chromosomen des Menschen sind die Informationen
zur Ausbildung aller Merkmale gespeichert.
Die Chromosomen können geordnet und jene Bereiche gekennzeichnet
werden, auf denen bekannte Erbanlagen (Gene)
lokalisiert sind. Auf dem Chromosom 1 liegt z. B. die Erbanlage (das Gen)
für die Vererbung des Rh-Faktors und auf dem Chromosom 9 befindet
sich ein Abschnitt, der für die Blutgruppenvererbung verantwortlich
ist. Die dunkel dargestellten Bereiche sind die Gene. Sie enthalten die
Erbinformationen.
Jedes Chromosom besteht aus zwei Chromosomenhälften (Halbchromosom) oder Chromatiden, die an dem Zentromer miteinander verbunden sind.
Anzahl (Chromosomenzahl), Größe und Form der Chromosomen sind in allen Körperzellen eines Lebewesens gleich. Sie sind artspezifisch.
Die Gesamtheit aller Chromosomen einer Zelle ist der Chromosomensatz. In den Körperzellen der meisten Organismen sind die Chromosomen paarweise vorhanden. Diese Zellen haben einen doppelten (diploiden) Chromosomensatz. Körperzellen sind diploide Zellen.
Gleichen sich die zwei Chromosomen eines jeden Paars in Größe und Form, dann sind es homologe Chromosomen.
Die Geschlechtszellen, die Ei- und Samenzellen, besitzen nur die halbe Anzahl von Chromosomen der Körperzelle. Diese Zellen haben einen einfachen (haploiden) Chromosomensatz. Geschlechtszellen sind haploide Zellen.
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Chromosomenzahlen von Zellen einiger Tiere und
Pflanzen
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Organismen
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Chromosomenzahlen
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in
Körperzellen |
in Geschlechtszellen
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| Spulwurm |
2
|
1
|
| Amöbe |
6
|
3
|
| Fruchtfliege |
8
|
4
|
| Stubenfliege |
12
|
6
|
| Frosch |
26
|
13
|
| Regenwurm |
32
|
16
|
| Maus |
40
|
20
|
| Kaninchen |
44
|
22
|
| Mensch |
46
|
23
|
| Schimpanse |
48
|
24
|
| Pferd |
64
|
32
|
| Hund |
78
|
39
|
| Karpfen |
104
|
52
|
| Krabbe |
254
|
127
|
| Champignon |
8
|
4
|
| Erbse |
14
|
7
|
| Erdbeere |
14
|
7
|
| Zwiebel |
16
|
8
|
| Pfirsich |
16
|
8
|
| Kohl |
18
|
9
|
| Mais |
20
|
10
|
| Möhre |
22
|
11
|
| Tomate |
24
|
12
|
| Wein |
38
|
19
|
| Weizen |
42
|
21
|
| Kartoffel |
48
|
24
|
| Tabak |
48
|
24
|
| Farn |
512
|
256
|
Die Weitergabe der Chromosomen mit den Genen erfolgt bei der geschlechtlichen
und ungeschlechtlichen Fortpflanzung von Zellgeneration zu Zellgeneration.
Dieser Lebensprozess wird Vererbung
genannt. Die Weitergabe der Erbsubstanz erfolgt durch zwei Formen der
Kernteilung, die Mitose und Meiose.